Vertigo ist zurück! Oder doch nicht?

Eines der Urgesteine von Counter-Strike, die Map de_vertigo, hat ihren Weg zurück in CS:GO gefunden. Nachdem sie zusammen mit de_aztec, de_dust und cs_militia im November 2017 aus dem Spiel entfernt wurde, was durchaus einige Spieler verägerte, schienen die Sterne plötzlich wieder in einer ganz besonders guten Position gestanden zu haben. Valve hat mit dem aktuellen Update nicht nur Vertigo in den Wingman-Modus gebracht, sondern auch gleichzeitig das Remake der Map in seinem vollen Ausmaß offen gelegt. Die Map wurde zu großen Teilen umgebaut und wirkt dadurch auch etwas fremd.

de_vertigo t spawn

Vertigo war eine der einseitigsten Maps in CS:GO. Folglich wurde sie wenig gespielt und es war deshalb wenig verwunderlich, dass sie aus dem Map Pool herausgeschmissen wurde. Warum Valve die Karte zusammen mit drei anderen aber komplett aus dem Spiel entfernt hat, war bisher allerdings ein Rätsel. Wenigstens für eigene Server und Offline Matches hätten die Maps doch erhalten bleiben können!? Durch das neue Update kommt nun ein wenig Licht in die Sache. Valve scheint diesen drastischen Weg gewählt zu haben, weil die unbeliebten Maps einer grundlegenden Überarbeitung unterzogen werden. Zumindest ist das bei Vertigo der Fall.

Die ewige Baustelle

Die Änderungen an der Map sind vielseitig und tiefgreifend. Auch wenn viele der Bereiche noch zu erkennen sind, wurde fast kein Stein auf dem anderen gelassen. Fliegt man per „noclip“ außerhalb des Spielbereichs im Wingman-Modus, offenbart sich eine neue Baustelle. Die Spawnpoints von CTs und Terroristen mussten weichen und die Zugänge zu den Bombenplätzen wurden komplett umgebaut und entschlackt.

Der A-Spot ist sogar ein ganzes Stück näher an die Rampe gerückt. Besagte Rampe hat ein geringes Facelift erhalten. Hier fällt neben dem Wegfall der Leiter vor allem auf, dass die schmalen Stege oberhalb der Rampe nicht mehr begehbar sind. Diese hatten in alten Versionen oft zu unfairen und nervigen Feuergefechten geführt.

de_vertigo a site ramp

Außerdem hat Valve einiges an den Deckungsmöglichkeiten verändert. Ein Großteil der vorhandenen Deckung war lediglich für Verteidiger interesssant. Durch die offene Bauweise der Map war es oft schwer bestimmte Areale mit Hilfe von Granaten einzunehmen. Hier hat Valve weiter an den Stellschrauben gedreht. Die Angreifer haben jetzt mehr Möglichkeiten sicher vorzurücken. Auch die Anzahl der Positionen und Winkel, die es zu kontrollieren gilt, wurde verringert. Es sollte den Terroristen nun um einiges leichter fallen ihre Bombe an den Zielort zu brigen.

Auf nimmer Wiedersehen könne wir auch zum alten „Ladderroom“ sagen. Eines der Alleinstellungsmerkmale ist im Papierkorb gelandet. Schade ist das nicht. Diese fast direkte Verbindung der beiden Startplätze war etwas fragwürdig und wurde von vielen Spielern gehasst. Die alte direkte B-Route führt zwar noch in den alten Bereich direkt neben dem B-Spot, fungiert jetzt allerdings als klassische Mitte. Sie verbindet alle Bereiche der Map miteinander und ist so zu einem der wichtigsten Bereiche der Karte geworden.

de_vertigo b site

Vertigo auf einer Ebene?

Die Map spielt zwar immer noch auf zwei unterschiedlichen Ebenen, allerdings kaum noch direkt über- bzw. untereinander. Dadurch konnten die Leveldesigner bei Valve einige der lustigstens und gleichzeitig nervigsten Boosts in CS entfernen – man denke nur an den 5-Spieler-Boost. Anfangs ungewollte Sichtlinien und Timing-Effekte wie der berüchtigte Aufzug-Peek, die sich später fest in das „Meta“ von Vertigo eingebrannt haben, wurden so weitestgehend eliminiert.

de_vertigo upper level connector

Die Zeit wird zeigen, ob wir mit dieser Überarbeitung Vertigos abschließende Version bekommen oder ob die Map doch ewig eine Baustelle bleiben wird. Timings, Gameplay und Chokepoints haben sich komplett geändert. Auch wenn die Map vielen Spielern noch sehr bekannt vorkommen wird, handelt es sich bei dieser Version von Vertigo eigentlich um eine komplett neue Karte. Die Optik und der Name sind geblieben, aber spielerisch hat sich einfach eine Menge getan.

Bleibt die Frage, warum Vertigo erstmal nur als Wingman-Variante zurück gekommen ist, obwohl die Überarbeitung abgeschlossen zu sein scheint. Gut möglich, dass die Designer auf diesem Weg das neue Layout zumindest teilweise testen wollen, bevor sie das vollständige Remake auf die Spieler loslassen. Wie wichtig Feedback beim Entwickeln einer Counter-Strike Map ist, konnten wir am Werdegang von Overpass sehen. Durch etliche Iterationen wurde sie zu einem der ausbalanciertesten Schlachtfeldern im Spiel.