#OnlyOPSkinsIsOver

Valve verteidigt sein geistiges Eigentum und wird deswegen von Teilen der Community beschimpft!? Die Situation rund um OPSkins – bisher eine der beliebtesten Plattformen für den Handel mit CS:GO Skins – ist schon etwas kurios. Valve hat eine Problemquelle entdeckt und geht deshalb gegen das Unternehmen vor. Das gefällt natürlich nicht jedem Spieler. Mit dem Twitter-Hashtag #CSGOIsOverParty prophezeien jetzt sogar einige beleidigte User, dass CS:GO deswegen untergehen wird.

Was hat Valve getan?

Eigentlich müsste die Frage eher lauten: Was hat OPSkins getan? Am 6. Juni 2018 hat das Unternehmen ein neues Feature namens „Express Trade“ auf seiner Plattform eingeführt. Dieses Feature zielt darauf ab, die Wartezeiten durch die 7-Tage-Handelssperre für CS:GO Items zu relativieren. Natürlich kann diese Sperre nicht wirklich umgangen werden, aber OPSkins arbeitet mit ein paar Tricks, um zumindest den Handel auf der eigenen Plattform nicht auszubremsen.

Kurz nach der Ankündigung dieses neuen Features wurden die Anwälte von Valve aktiv und haben das Unternehmen öffentlich aufgefordert das Feature wieder einzustellen und alle weiteren Verstöße gegen die Steam Nutzervereinbarung zu unterlassen.

valve opskins shutdown message

Daraufhin wurden in der Community Stimmen laut, wie böse Valve doch ist und dass CS:GO deswegen untergehen wird – der Hashtag #CSGOIsOverParty war geboren. An dieser Stelle sei aber direkt angemerkt, dass der Hashtag größtenteils von verblendeten Idioten benutzt wird. Und OPSkins kann man damit auch nicht mehr retten.

Ist Valve profitgeil?

Gewissermaßen war OPSkins dazu gezwungen ein Statement abzugeben. Schließlich musste das Unternehmen auch seine User darüber informieren, dass am 21. Juni alle bei OPSkins abgelegten Items – diese befinden sich auf Steam Bots des Unternehmens – verloren gehen. Valve hat nämlich angekündigt am 21. Juni alle Steam Accounts, die von OPSkins zum Handeln verwendet wurden, zu sperren.

Die Information an die User ist okay, doch das übermäßig lange Statement ist offenbar nicht durchdacht und stattdessen ein schlechter Witz. Es beginnt mit der Unterstellung, dass Valve nur am Profit interessiert sei und dieser Schritt nur dazu diene den Handel wieder mehr auf den Steam Marktplatz zu verlagern. Der entsprechende Satz ist im Statement wohlgemerkt fett markiert.

Profit kann aber nicht der ausschlaggebende Grund gewesen sein. Valve hat sicherlich eine Menge Geld verloren, weil Spieler eine externe Plattform statt den eigenen Markt benutzt haben. Wenn das aber so wichtig für Valve gewesen wäre, dann hätte OPSkins wegen Verletzung der Steam Nutzervereinbarung schon längst dicht machen müssen. Möglicherweise wurde die Plattform aber einfach nicht als großes Problem angesehen und deswegen mehr oder weniger toleriert.

Die Einführung von „Express Trade“ konnte Valve aber nicht ignorieren. Dieses Feature öffnete nämlich Glücksspielseiten erneut die Türen. Und gegen „Gambling Sites“ ist Valve Mitte 2016 massiv vorgegangen. Das Thema Glücksspiel könnte nämlich Valve selbst in rechtliche Schwierigkeiten bringen. Deswegen sind die Anwälte aktiv geworden.

Scheinbar hat OPSkins selbst viele Betreiber von CS:GO-Glücksspielseiten kontaktiert und diesen das neue Feature nahegelegt. Dank einer API konnten diese ganz einfach darauf zurückgreifen. Das Motiv: Mehr Nutzer, mehr Geld.

Tatsächlich haben nur wenige Stunden später zahlreiche Glücksspielseiten ihr Comeback angekündigt. Gleichzeitig hat sich OPSkins damit sein eigenes Grab geschaufelt. Valve ist also weder profitgeil noch sonst irgendwie die böse Firma, sondern hat sich einfach nur vor negativer Ausnutzung geschützt.

OPSkins Statement für die Mülltonne

Auch der Rest des Statements ist absolut fragwürdig. Nachdem zunächst die Schuld auf Valve geschoben wurde, wird plötzlich aufgelistet welche Vorteile OPSkins gegenüber dem Steam Marktplatz hat. Was soll das? Wen interessieren in dieser Situation die Vorteile von OPSkins? Es geht hier darum, dass das Unternehmen etwas getan hat, das rechtlich nicht erlaubt ist und um nichts anderes! Abgesehen davon kann man die aufgeführten Punkte problemlos in der Luft zerreißen.

Das fängt schon an mit der Aussage, dass auf dem Steam Marktplatz 15% Provision fällig werden, während bei OPSkins nur 5-10% verlangt werden. Allein dieser Punkt ist eine Frechheit. Ja, Valve kassiert bei jedem verkauften Item 15% des Preises. Das ist viel und das muss man nicht gut finden. Aber Valve gehört das eben alles. Valve hat Steam entwickelt und den Marktplatz dazu aufgebaut. Und die dort angebotenen Items sind schließlich alle optional. CS:GO kostet keine 15 Euro und wird auch sechs Jahre nach seiner Veröffentlichung stetig weiterentwickelt und mit neuen Inhalten versorgt. Für ein besseres Anti-Cheat-System hat Valve sogar eine ganze Server-Farm gekauft. Aber kein Spieler wird gezwungen etwas zu bezahlen, um davon zu profitieren. Das Geld dafür wird eben unter anderem über den Steam Marktplatz reingeholt. Valve finanziert mittlerweile vieles über Mikrotransaktionen.

OPSkins ist dagegen wie ein Parasit. Die Betreiber nehmen einfach das was andere erschaffen haben und verdienen damit unglaublich viel Geld. Das ist wirkliche Abzocke! Und noch was: Auch wenn „Express Trade“ umsonst ist, dient es trotzdem einem kommerziellen Zweck. OPSkins ist schließlich ein Unternehmen. Die Aussage Express Trade sei eine nicht-kommerzielle Nutzung der Steam Bots ist falsch. Die Accounts werden also zu Recht gesperrt.

Man muss auch sehen, dass andere aufgeführte Punkte, wie beispielsweise die nicht vorhandene Obergrenze bei Skin-Preisen nur den Leuten zu Gute kommt, die sich mit Skins bereichern wollen und dafür manchmal auch andere Leute ausnutzen. Der normale CS:GO-Spieler besitzt keine Skins im Wert von mehreren tausend Euro. Diese Leute machen nur minimalen Prozentsatz aus und sind in keinster Weise repräsentativ für die Community. Aber diese Personen freuen sich natürlich über solche Plattformen, auf denen sie ordentlich Geld machen können. Auch bei OPSkins kam es zu Scams. Immerhin haben die Betreiber Maßnahmen gegen Missbrauch ergriffen. Auf der anderen Seite versuchen sie aber Valves Maßnahmen, wie die 7-Tage-Handelssperre, auszuhebeln.

Es mag sein, dass OPSkins für handelnde Spieler gewisse Vorteile gegenüber dem Steam Marktplatz hat, aber manche davon verstoßen eben gegen die Regeln und alle aufgeführten Punkte sind schlichtweg komplett irrelevant in Anbetracht der aktuellen Situation. Im Statement werden dann auch die fragwürdigen „Trading Games“ erwähnt, die OPSkins anbietet. Wer daran seinen Spaß findet, kann das ja gerne machen. Es ist in der Tat durchaus interessant zu wissen, auf was die Plattform in Zukunft setzt. Der Handel für diverse andere Spiele wird ja auch schon angeboten. Und angeblich möchten die Betreiber von OPSkins mit Valve an einer Lösung arbeiten. Ich bezweifle aber, dass Valve sich auf irgendetwas einlässt. Viel wahrscheinlicher ist es, dass OPSkins einfach in die Bedeutungslosigkeit absinkt.

Wird CS:GO jetzt untergehen?

Nein.

#OnlyOPSkinsIsOver