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Alpha
23. Januar 2006, 22:13
"Du unintelligentes Stück deutsche Scheiße"

Im HipHop drücken migrantische und deutsche Jugendliche ihren Frust aus

von Tilman Vogt

Es herrscht Krieg in Deutschland. Zwar nicht als Krieg der Klassen oder wenigstens als Preiskrieg der Kornbranntweindiscounter, sondern als HipHop-Krieg. In der Öffentlichkeit bekannt wurde dieses für Deutschland auf breiter Ebene neue Phänomen mit der Institutionalisierung des Berliner HipHop-Labels Aggro-Berlin. Dessen Musiker wie Sido oder Bushido (der mittlerweile nach feindseliger Abspaltung bei BMG gelandet ist) versuchten durch ausgiebiges Dissen (Schlechtmachen) anderer Rapper, eine Art deutschen Gangster-Ghetto-HipHop zu etablieren.

Auslöser der Diskussion war der Rapper Eko Fresh, der ein billiges Opfer für jeden dahergelaufenen Sprechsänger abgab, weil er es wagte, einen Vertrag bei einem Major-Label zu unterschreiben, um dann seifige Popliedchen zu begleiten. Zuletzt trug ihn selbst sein ehemaliger Ziehvater Kool Savas, die graue Eminenz des Amok-HipHop, in dem Song "Das Urteil" wortwörtlich zu Grabe. Danach gab es kein Halten mehr: Eko disste in der "Abrechnung" Savas, Bushido, Fler, Sido und B-Tight, Fler disst Eko, Eko und Bushido dissten Fler, Fler und B-Tight dissten Eko und Bushido...

Wem das alles wie eine pubertäre Seifenoper vorkommt, ist im Recht. Es ist jedoch eine lukrative: Wie zufällig erscheinen derzeit von den genannten Rappern neben den oftmals im Internet kostenlos herunterladbaren Diss-Tracks auch Longplayer auf dem Markt. Nach der Investition von rund 20 Euro darf man sich an einer noch größeren Auswahl übler Beschimpfungen ergötzen.

Man könnte all dies dem gewohnten Geplapper des kulturindustriellen Spektakels zuordnen, das seine Wirklichkeit verdoppelt, indem es sich in geschäftiger Pose stetig mit sich selbst beschäftigt. In diesem Segment der Warengesellschaft ist das HipHop-Battle nichts weiter als eine Form der "ununterbrochenen Rede, die die gegenwärtige Ordnung über sich hält" (Guy Debord) und mit der sie ihren Fortbestand festigt.
Brutale Parallelgesellschaften

Trotzdem liegt die Problematik tiefer. Denn zum ersten Mal agieren nicht mehr spaßbürgerliche Partymusiker wie die Fantastischen 4 oder Fettes Brot, sondern die unteren Segmente der Gesellschaft - und mit ihr vornehmlich Jugendliche migrantischer Herkunft. Labels wie Aggroberlin und Optikrecords schocken die Mehrheitsgesellschaft mit der verruchten Authentizität "deutscher Ghettos" und bieten einen voyeuristischen Blick in die Parallelgesellschaften. Sie zeigen jene Brutalität, die man den eigenen Kindern aufs schärfste verbietet, und jene Leute, mit denen man in der Regel nur mittels der Polizei kommuniziert.

Im HipHop werden die Deklassierten zum ungefilterten Sprachrohr ihrer elenden Situation, was vor allem durch den Gebrauch einer brutalen und verrohten Sprache aufstößt. Um nach neuen Beleidigungen zu schürfen, grasen die HipHopper leidenschaftlich das gesamte Spektrum postmoderner Unterdrückungsverhältnisse ab: Sexismus, Homophobie und (Selbst-)Ethnisierung. Letztere speist sich aus der emphatischen Annahme rassistischer Zuschreibungen und dem Rekurs auf archaische, völkische Tradierungen. So versieht sich B-Tight mit dem Label "der Neger". Kam One tituliert sich als "Buschgorilla", der auch gern mal auf Vergewaltigungstour geht und uns die bleibende Weisheit hinterläßt: "Klappmesser klappt besser".

Wenn man gutmeinend dazu neigt, diese Ausfälle als Anklage und als Kritik von Unterdrückung und Ausgrenzung zu werten, so wird einer solchen Interpretation brachial der Boden entzogen. Fernab jeglicher Empörung nehmen die Rapper die Vorurteile der Mehrheitsgesellschaft und basteln sich daraus eine Identität. So verkündet Bushido in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: "Mein Hitzkopf, mein Nicht-Verstehen-Wollen, das ist das Arabische in mir ... Der arabische Teil, der meines Vaters, bewirkt, daß ich alle Leute durch die Scheibe schmeißen will, die meine Mutter beleidigen." Nach dem Scheitern des multikulturellen Integrationsmodells, das jeder Gruppe ihren Platz in der Gesellschaft verhieß, setzt nun eine multikulturelle Desintegrationsbewegung ein: Ähnlich wie die sich dem Islamismus zuwendenden Migrantenkinder in den französischen Banlieues konstruieren auch in Deutschland die Ausgegrenzten eine konfrontative Differenz. Sie wählen dazu von der Mehrheitsgesellschaft herabgereichte Rollenbilder und verzichten auf jeden politischen Anspruch. Nochmals Bushido: "Ich würde nie politischen Rap machen. Die Leute können sagen, du klingst rassistisch, nationalistisch, kriminell, damit kann ich leben. Aber wenn sie sagen: Du machst politischen Rap - oh mein Gott!"

Die Namensgebung von Eko Freshs neuem Plattenlabel krönt diese fast zynischen Selbstetikettierungen: German Dream. Dieser kommt in Person des Rappers Fler daher, der sein Deutschtum als prägendes Moment für seine Musik definiert hat: Er sei kein "Kanake", sondern mit einem "arischen Pimmel" ausgestattet. Fler liest das protofaschistische Nationalsignet auf, das den professionellen Neonazis längst wieder zu miefig ist: "Neue Deutsche Welle", Adler, altdeutsche Schrift, Nationalfahnengewedel und Verfolgungswahn kombiniert mit bösem Blick und Baseballschläger. Wohin dieses deutsche Dissen führt, ist konsequent: Bushidos Produzenten Ilan beschimpfte Fler beispielsweise unlängst als "geldgeiles Judenschwein".

Spätestens zu diesem Zeitpunkt schien es Rappern mit migrantischer Herkunft wie Bushido und Eko Fresh zu dämmern, daß die Ergüsse Flers, mögen sie der Form nach auch den ihren ähneln, vom Inhalt eher dem gleichen, was aus der rechtsextremen Hochburg Marzahn statt aus dem migrantisch geprägten Neukölln hinüberschallt. So nahmen die beiden den Song "Flerräter" auf, welcher explizit die deutschhubernde Attitüde von Fler aufgreift, Ilan gegen die antisemitischen Ausfälle in Schutz nimmt und den "ersten richtigen deutschen Rapper" treffend ein "unintelligentes Stück deutsche Scheiße" nennt.
Abgekoppelt von der Zukunft

Tut man all diese Entwicklungen des HipHop einfach ab, so verschließt man die Augen vor einer Tendenz, die mit der zunehmenden Verelendung der Gesellschaft fortschreitet. Der Großteil der Ghetto-Rapper und ihrer Zuhörer tummeln sich im Bodensatz der Gesellschaft - dem so genannten "Lumpenproletariat". Diese Interpretation bietet sich an, weil die Protagonisten der Aggroszene mitnichten ausschließlich migrantischer Herkunft sind (man denke an Sido) und sich ihre Texte stark ähneln. Aus jedem Song dringt der Schrei nach einer gesicherten Identität.

Mittlerweile wird über den neuen Aggrostil ausgiebig feuilletoniert, was dazu führt, daß sich die Rapper zu Rechtfertigungen gezwungen sehen. Kritisch auf die Ausfälle und diskriminierenden Texte angesprochen, machen sie soziale Deklassierung und Ghettoisierung für sich geltend. So erklärte Sido: "... ich sauge mir meine Texte und meine Sprache ja nicht aus den Fingern. Ich erzähl nur das, was ich aus dem Märkischen Viertel kenne."

Die Reaktion der öffentlichen Instanzen unterbietet noch jeden Text, den sich Bushido und Konsorten je hätten ausdenken können: Die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag, Monika Griefahn, argumentierte bei einer Diskussion im Bundestag nonchalant: "Das sind Luxus-Ghettos im Vergleich zu den USA. Dort haben ein Drittel der Leute keine Kranken- und Sozialversicherung. Wer bei uns zum Sozialamt geht, bekommt mindestens Unterkunft und Essen."

Doch auch die Linke ist bis dato noch zu keiner adäquaten Reaktion auf dieses Phänomen gekommen. Sie hat die Kommunikationsmöglichkeit mit diesem Milieu verloren. Abgekoppelt von jeder realistischen Zukunftsperspektive, machen die Deklassierten den gut gemeinten linken Bildungs- und Erziehungsbemühungen einen Strich durch die Rechnung. Die Linke lavierte in Bezug auf das unhandliche Lumpenproletariat, diesmal repräsentiert im HipHop, seit jeher zwischen Idealisierung und Verteufelung. Die einzige linke Intervention in den Rap-Streit, ein Track von Anarchist Academy, blieb der Szene äußerlich. Das beweist einmal mehr, wie wenig Einflußmöglichkeiten momentan auf jenes Milieu bestehen, welches an gesellschaftlichen Veränderungen am meisten Interesse hätte.

Nötig wäre eine Analyse der Lage der Abgehängten, die ihre Subjektivität registriert, ohne diese kritiklos zu akzeptieren. Dabei müßte stärker als früher auf die sich entfesselnden destruktiven Potentiale als Ausdruck der Ohnmacht eingegangen werden, welche sich aus der Konfrontation der Deklassierten mit der ausufernden gesellschaftlichen Krise entspinnt. Vielleicht könnte man dadurch der traurigen Ratlosigkeit Abhilfe schaffen, die jeden beschleichen mußte, als die Kreuzberger Jugendlichen am 1. Mai 2005 bei einem Konzert aufgrund der fehlenden linken Riots ihre Aggressionen auf andere Weise ausleben ließen: Die Zuhörerschaft spaltete sich in Fans des gerade mit Flaschen beworfenen Eko Fresh und in dessen Gegner, die in einer Massenschlägerei aufeinander los gingen.

Tilman Vogt schweift in Berlin umher.
Dieser Beitrag erschien zuerst in der Zeitschrift informationszentrum 3. welt (iz3w), Nr. 288.
Fler: NDW, 2005

Yeah, der erste Deutsche, der richtig Welle schiebt
Fler - Die Neue Deutsche Welle - Aggro Berlin - 2005, yeah
Hier kommt die Neue Deutsche Welle (...)
Ich boxe mich in das Bizz, deiner Kack Studenten
Ihr wolltet mich nicht sehn, guck wie das Blatt sich wendet
Leute renn' in den Shop, wollen die Neue Deutsche Welle
Ich bin ein Hip-Hop-Tsunami, weil ich Leute überschwemme
Das ist Schwarz-Rot-Gold, hart mit stolz
Man sieht's mir nicht an, doch glaub mir, meine Mum ist deutsch
Es macht Klick, Klack, jetzt schiebt der Deutsche in' Kopf
Komm nach Berlin und du siehst wie sich die Leute hier boxen
Das ist normal, das hier ist Multi-Kulti, meine Homies kommen von überall
Ihr holt die Bullen, wir sind die Außenseiter, wir sind Aggro Berlin
Schwarz; Weiß - egal, jeder ist hier Aggro in Berlin (...)
Ein Deutscher schiebt Welle, jetzt bin ich endlich am rappen
und jahrelang war es cooler blöd auf Englisch zu rappen
Ne neue Ära beginnt, das ist wie Volksmusik
Die Medien boykottiern mich, doch ich werd vom Volk geliebt (...)
B-Tight: Der Neger, 2002

Wer hat das Gras weggeraucht? Der Neger!
Wer rammt dir den Penis in den Bauch? Der Neger!
Wer ist immer down mit mehr als einer Braut,
wer fällt immer auf, weil er gerade baut? Der Neger!
Es ist der Neger, den du nie im Dunkeln siehst, es ist er, wenn es irgendwo nach Gras riecht.
Es ist nicht schwer raus zu finden wer an allem schuld ist, frag den Neger!
Zeig ihm deine Frau, wenn sie geil ist borg sie aus.
Wie lange denn? Äh, solange wie er sie braucht!(...)
Egal wie du ihn nennst, es interessiert ihn nicht!
Der Neger ist ein Ego und kümmert sich nur um sich!
Bushido feat. Kam One & Joka: Superheroez, 2004

Ich ficke ich ficke ich ficke ich ficke
Deine gefickte Mutter
mit meinem Negerpenis in Ekstase (...)
Ich plane Morde und Vergewaltigungen
mit Beck's und Gras
spürst Du mein Messer das war's
Friede sei mit Dir Stinktier Kam
Kampfhund am Mikrophon
Hurensohn am Boden
kampftechnisch Biß in den Hoden (...)
Betonbuschgorilla gegen Zirkusaffen
das kann ja nicht klappen
Große Klappe kein Klappmesser
Klappmesser klappt besser

quelle (http://www.sopos.org/aufsaetze/4363e91ea36bc/1.phtml)


Eure Meinungen sind gefragt! :)

shiva
23. Januar 2006, 22:30
das les ich morgen oO

gute nacht

TargetAlpha
24. Januar 2006, 01:04
Passt doch das neuste Zitat auf german-bash.org.

" <Kackao> musik ist scheisse
<Kackao> ich hör nur hiphop "

Wenn ich mal irgendwann was hoeren will in dems nur um Arschficken (was im uebrigen ziemlich schwul ist. Faellt das keinem auf?), angeblichen Drogenkonsum und Vergewaltigungen geht weiss ich was ich mir hole.
Bis dahin bleib ich bei Musik und lass den hip hop sein.
Nur toll das mittlerweile die Auslaender einen auf Nazi machen und jedem der es eigentlich nicht hoeren will erzaehlen wie scheisse die Deutschen sind. Aber wenn man sich an sowas wie sido ein Beispiel nimmt.

Hat schon Recht der Herr Vogt.

Chckn
24. Januar 2006, 02:12
n1ce!
Aber HipHop stinkt eh ...

Das gute daran ist das ich mir das eh nicht anhören muss, da MTV und Viva sowieso keine Musik mehr spielen (die sind ja jetzt so wie HSE24 - blos das die nur noch Klingeltöne verkaufen und keine Küchenreiben und Künstlerpuppen die wie .... aussehen)

Tante Uschi
24. Januar 2006, 02:32
Interessanter Artikel der ein wenig Licht in das "deutsche" HipHop-Phänomen bringt. Ich würde nicht soweit gehen das Musik dazu führt, dass sich Randgruppen und Minderheiten weiter isolieren, oder gar Leute dazu animieren oben beschriebene "Handlungen" (Stichwort: Körperverletzung, Vergewaltigung, Tötung) selbst zu begehen, trotzdem halte ich das ganze gerade mit Hinblick auf Jugendliche für bedenklich.

Jetzt Blauäugig auf den Jugendschutz im Sinne von FSK pocht hat gepennt. Es gibts soviele Kanäle durch die Minderjährige mit solchen Song-Text-Inhalten in Berührung kommen können (und wollen).

NarTeX
24. Januar 2006, 03:11
Wow, schoener Artikel. Im Gegensatz zu meinem Vorposter glaube ich daran, dass sich Randgruppen und Minderheiten dadurch weiter isolieren und andere dazu animiert werden, selbst kriminelle AKte auszufuehren.

Ich beispielsweise bin ein grosser Deutschrapfan, oben genannte "Kuenstler" zaehle ich mal nicht in diese Kategorie. Tatsaechlich kenn ich nur ein einziges Lied von Sido, dem stehen ueber 70 Deutschrapalben, die ich besitze, gegenueber. Das eine Lied finde ich uebrigens auch nicht gerade besonders toll, aber ist ja egal.

Jedenfalls habe ich mir angewoehnt, jemand, der Aggro Berlin etc. hoert, fuer dumm und ignorant zu halten. Ein typisches Vorurteil, wie es viele haben. Mittlerweile habe ich mich (lustigerweise in den USA) mit nem Berliner meines Alters angefreundet, der Aggro Berlin und das alles hoert, wenn auch nicht glorifiziert, dazu ist er schon zu intelligent.

Und der haengt in Berlin viel mit sogenannten Unterschichtlern ab, obwohl man ihn und seine Familie nicht gerade dazu zaehlen kann.
Und was der so erzaehlt wie das bei denen abgeht ist teilweise schon krass, will das ganze jetzt nicht ausfuehren aber...

Es muss ja wohl nen Grund dafuer geben, dass das viele hoeren und kaufen, trotz teilweise sexistischen Texten auch Frauen!


Uebrigens halte ich das ganze Indizierungsverfahren in diesem Fall nicht fuer sinnvoll, da die Platten dadurch nur noch beliebter werden, ist doch immer so.

THE ONE2
24. Januar 2006, 13:02
.....tja ja ich bin sicher kein aggro-fan,hör zwar ab und an deutsch rap,steh aber mehr auf sachen aus frankreich und usa,bin der meinung das sich die politiker/gesellschaft mal wieder ein idealen sündenbock ausgesucht hat,vllt sollte mann gegen lumpenprolitariat oder wie auch immer wege und mittel finden das problem zu beheben,aber erst mal wird wieder auf den musikern mit den bösen texten rumgehackt,ich hab letztens nen bericht über neu-köln gesehn in dem so nen 15jähriger stolz erzählt hat wenn sich hier ein deutscher blicken lässt wird er zusammengeschlagen,jetzt frag ich mich wo diese einstellung her kommt,sind es die eltern die jegliche pflichten der erziehung missachtet haben ist es der gesellschtliche bodensatz in dem sie leben oder die bösen aggro-rapper??? ich seh schon die schlagzeile amokläufer in neu-köln erschiesst 13 menschen,wie auch in erfurt spielte dieser jugendliche gewaltspiele wie css UND hörte aggro-berlin !! naja aber im sündenböcke suchen und drauf rumhauen für viel tiefschürfendere problem waren wir deutsche schon immer weltmeister !!

Tante Uschi
24. Januar 2006, 13:45
Die Leute sind z.t. Produkte ihrer Lebensverhältnisse. Aggro Berlin & Co lösen nicht die Gewalt oder die Isolation aus sondern sind lediglich öffentl. Ausdruck dieser Verhältnisse. Deren Texte sind meiner Meinung nach also nicht der Grund für die (Un)Taten anderer oder deren Einstellung. Ich denke die Gründe sind in der Gesellschaft und unserer Geschichte zu suchen und nicht bei den Leuten die obriges durch Liedtexte propagieren.

Früher hieß es (vor Zeiten von Videospielen u.ä.) Heavy-Metal sei Auslöser für Gewalt & Co. Gründe werden immer nur in aktuellen Inhalten gesucht statt uns selbst an die Nase zu fassen.
In den USA werden bspw. 90% aller agressiv angehauchten HipHop und Rap-CD´s von weißen Vorstadt Kiddies gekauft und nicht von der "armen Sau" in den Slums.

Rasten unsere weißen Vorstadt-Kiddies deshalb alle aus? Laufen die alle Amok und vergewaltigen deine und meine Mutter? - Wohl kaum.
Es mag ja Leute geben die sich leicht von anderen (sprich diesen "Künstlern") beeinflussen lassen. Aber daran ist wohl kaum nur die Person an sich verantwortlich (höhstens zu einem geringen Teil...ich glaube an Selbstbestimmung und das jeder für sich selbst verantwortlich ist) sondern eher auf Familie und Erziehung zurückzuführen.

shiva
24. Januar 2006, 14:14
so

hm ziemlich heftiger text muss ich sagen. regt wirklich zum nachdenken an.

also ich sagen, dass ich die ganze szene einerseits total lächerlich finden will, aber andererseits auch durch extrem agressiven und rassistischen texte geschockt bin.

abgesehen davon, dass ich keinen hip hop höre (ich habe nix gegen "normalen rap", ich finde einfach nur keinen gefallen an der musik), finde ich es bedenklich, dass solche nun doch offensichtlichen dummen menschen so gut ankommen.

obwohl man dazu sagen muss, dass eine image-dummheit nicht unbedingt die echte dummheit sein muss.
die image-dummheit ist meiner meinung nach aber doch relativ hoch.
die "künstler" verteidigen ihre meinung ja gar nicht mehr, wohl weil sie nich argumentativ zu halten ist, sondern sagen nur, wen kümmerts, deutschland mags.
da muss meiner meinung nach mehr verantwortung her.

wie nartex muss ich auch sagen, dass ich aggro berlin hörer erstmal eine stufe niedriger setze.

enfer
24. Januar 2006, 17:29
Original geschrieben von NaRteX
Uebrigens halte ich das ganze Indizierungsverfahren in diesem Fall nicht fuer sinnvoll, da die Platten dadurch nur noch beliebter werden, ist doch immer so.

Dito! Siehe Landser und andere rechte Bands

Ich hab mich immer gefragt, wie lange es dauert bis die Rechten Hiphop entdecken und für sich nutzen.. jetzt hat sich das Ganze wohl umgedreht.. mal sehn wie sich das entwickelt


Und soweit kommt es gar nicht, dass ich von vornherein Aggro-Hörer auf ne niedrigere Stufe setze, weil ich die Leute, bei denen man gleich an Kleidung und Sprache erkennt, dass sie Aggro o.ä. höre, gar nicht beachte..

lordhelmchen
28. Januar 2006, 17:42
meiner meinung ist fler ein erbärmliches medien opfer,das auf "rechts" macht,weil es sich gut verkauft (an seinen rapkünsten kann es auf jeden fall nicht liegen,da er der schlechteste rapper ist den ich je gesehen habe). doch "der neger" von b-tight ist eindeutig kein rechtes lied,da er selber schwarz ist und sie am ende auch das ganze lied nochmal auf den arm nehmen.ändert nichts an den extrem schlechten lyrics,die sie da von sich lassen.

dass schlimmste ist,dass die kinder dadurch so extrem verblendet werden,sie müssen nichts machen,sie kommen ja eh von unten bis ganz oben und falls nicht,gehen sie ein paar biatches vergewaltigen...

Lorleil
28. Januar 2006, 20:23
jo, deutscher hip hop gefällt mir pers. nicht (ich mag lieber rock:cool: )
find das aber schon ziemlich hart, wie sich die "dissen".
Wär interessant die meinung von dem alten Liquidator zu hören, wer kennt den aggressiven sido fan noch? sein letzter beitrag is schon etwa länger zurück ähm, seine id http://forum.ingame.de/halflife/member.php?s=&action=getinfo&userid=4724

naja, hiphop hat sich irgendwie krank entwickelt, stammt ja eigentlich von den schwarzen aus afrika ab, und ich hab noch keinen schwarzen afrikaner gesehen der die mama eines anderen als fette schlampe angesungen hat:ugly:

NarTeX
28. Januar 2006, 21:59
HipHop kommt aus dem Ghetto in New York, allerdings von Schwarzen erfunden, das stimmt. Und damals waren politische und sozialkritische Aussagen noch die Norm, in den letztet Jahren wurde Politrap jedoch fast vollstaendig von Gangstarap verdraengt, in Deutschland erst in den letzten 5 Jahren.

Politrap war in Deutschland nie besonders gross, obwohl es einen grossen Song gab: Advanced Chemistry - Fremd im eigenen Land.
http://www.mtholyoke.edu/acad/germ/neh/gruppen.html
http://www.projektmigration.de/kuenstlerliste/Advanced.html
http://www.lyricsdownload.com/advanced-chemistry-fremd-im-eigenen-land-lyrics.html

Leider gibts AC nich mehr, sie waren die ersten, die jemals auf Deutsch gerappt haben, mitte der 80er.
Torch hat 2000 mit Blauer Samt das wohl Beste deutsche Rapalbum aller Zeiten veroeffentlicht, mit dem ich sogar schon Metaler vo nRap ueberzeugen konnte.

bumby
29. Januar 2006, 09:37
von dem alten Liquidator

der würde wieder die ganze welt beschimpfen.


naja der hip hop um den es da oben geht ist ziehmlich niveaulos
(klar gibts auch so hirnlose rockmusik) aber beim hip hop ist es anscheined sehr ausgeprägt und wegen der medienpräsenz allerseits bekannt.
wer aggro und hiphop in der art hört ist selber schuld.


hey nartex der spruch aus deiner signature ist geil

:)

NarTeX
29. Januar 2006, 21:17
thx ;)

lordhelmchen
29. Januar 2006, 21:59
wer mal richtig guten rap hören will,sollte sich (nicht vorm namen erschrecken,er hat nun wirklich gar nichts mit aggro berlin oder sonstigen zu tum) prinz porno anhören.keine liebe,20.000 meilen untergrund und andere lieder sind genial gerappt und lyrisch zig tausden fach besser als aggro

NarTeX
30. Januar 2006, 02:15
jop PP is recht gut, aber an jemand wie Curse/Beginner/Eins Zwo/Torch/Freundeskreis/Doppelkopf kommt er nich ran imho