Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nietzsches Moralphilosophie
bumby
14. Februar 2007, 14:22
Nietzsche (http://de.wikipedia.org/wiki/Nietzsche), stellt sich die Frage,wie zahlreiche andere Menschen auch, was gut und was böse ist.
Und ob es allgemein gültige Normen gibt, oder eben nicht.
Wer das festlegen darf, usw.
Nietzsche fand eine Antwort, die wahrscheinlich auf seinem schlechten Menschenbild basiert.
Er bezeichnet sogar das (schlechte) Gewissen als tiefe Erkrankung, die aus dem Druck der Gesellschaft und des friedlichen Zusammenlebens entspringt.
Denn seiner Meinung nach ist der Mensch ein der Wildnis, dem Kriege, dem Herumschweifen glücklich angepasst Tier, welches dieser natürlichen Umgebung entrissen wurde. Und so wurden die, laut Nietzsche , unbewusst-sicher führend Triebe und Instinkte des Menschen genannten Tieres entwertet und ausgehängt.
Ihren alten "Führern" beraubt musste sich der Mensch auf Denken, Schließen, Berechnen, Kombinieren von Wirkung und Ursache reduzieren. Das bezeichent der gute Friedrich als Bewusstsein, als das ärmlichste und fehlgreifendste Organ.
Kurz gefasst ist jede Regel, jede Vorschrift, jedes Gesetz falsch, welches die menschliche Freiheit beschneidet .
Hat er recht? (bitte begründen)
gaga6
14. Februar 2007, 14:30
Gesetzte regeln das Zusammenleben zwischen uns Menschen.
Gesetzte decken zwar nicht alle Situationen ab und man muss eben manchmal nach eigener Vernunft handeln, was aber nicht der Regelfall sein darf, da sonst das totale Chaos ausbrechen würde.
bumby
14. Februar 2007, 14:32
die vernuft ist aber laut nietzsche nicht allen menschen gegeben (was im gegensatz zu kant steht).
aber du hast nur eine behauptung aufgestellt und diese nicht begründet
avrilkpax
14. Februar 2007, 14:33
Was die Freiheit angeht mag er recht haben aber wir alle wissen, wenn es keine Vorschriften, Regeln oder Gesetzte gebe, würde das in Mord und Totschlag und im übelstem Chaos enden. Dort gäbe es kein Miteinander sondern nur das recht, der Stärkere überlebt, die schwachen sterben aus. Das mag in der Tierwelt schon immer so gewesen sein, aber wir sind nun mal keine Tiere sondern Menschen.
CobraKiLLer
14. Februar 2007, 17:07
Original geschrieben von avril|L
Das mag in der Tierwelt schon immer so gewesen sein, aber wir sind nun mal keine Tiere sondern Menschen.
Ich bin der Ansicht, dass wir alle nur höher entwickelte Tiere sind. Das Verhalten von Tieren lässt sich bei 'simplen' Tieren oft leicht vorraussagen, man kennt die Hirnstrukturen und Vorgänge mehr oder weniger, aber sobald wir es auf uns Menschen beziehen wollen wir das alles nicht mehr wahrhaben. Meiner Meinung nach haben wir keinen freien Willen, wir haben unsere Instinkte und ich nenn sie jetzt einfach mal "Zwänge" und die versuchen wir durchzusetzen. Wir können uns in einem gewissen Maße allerdings die Illusion aufbauen frei handeln zu können und vor allem haben wir uns wohl in der Erziehung und in dem Rechtssystem auferlegt fähig zu sein über unser Handeln urteilen zu können. Meiner Meinung nach falsch, aber eine Verbesserung wäre zu tiefgreifend und wohl auch zu unmenschlich um sie durchzusetzen.
Keine Regeln würden also wie gesagt das totale Chaos bringen, da wir unsere tierischen Instinkte unbeschränkt durchsetzen könnten, 'the fittest survives'. Das, was wir an Regeln haben sorgt halt dafür, dass die meisten von uns sich dem Unterordnen.
.. Der Rest wird halt getötet oder muss leiden.
MiG4
14. Februar 2007, 20:48
.. Der Rest wird halt getötet oder muss leiden.
Dies erinnert mit irgendwie an Diktatur ...
Denn seiner Meinung nach ist der Mensch ein der Wildnis, dem Kriege, dem Herumschweifen glücklich angepasst Tier, welches dieser natürlichen Umgebung entrissen wurde.
Wiso wurden wir dann irgendwann in der Geschichte sesshaft und sind nicht -wie zuvor- weiter 'umhergetigert'.
Ich denke das du mir zustimmst, wenn ich sage das sie 'damals noch einen freien Willen hatten'.( und diesen auch genutzt haben)
Sogar bei den Tieren gibt es "allgemein gültige Normen", in der Form von:
'Das Mein Gebiet. Du kommst hier rein. Ich mache dich Tot.'
Und wenn ein anderes Tier sich nicht daran hällt muss es mit den Konsequenzen rechnen.(-> Exekutive)
Diese Regeln gibt es ja das die Rasse nicht ausstirbt.
Nun übertragen wir dies mal auf den Menschen:
"Höher entwickelte Tiere" brauchen 'höher entwickelte 'Regeln' um sich nicht gegenseiteig zu vernichten.
-->
Kurz gefasst ist jede Regel, jede Vorschrift, jedes Gesetz falsch, welches die menschliche Freiheit beschneidet .
Hat er recht?
Nein, es dient lediglich dem überleben des 'Tieres' 'Mensch' und es war schon immer gegeben.
MfG MiG
( Vollkommener Stuss was ich schrieb oder ist doch etwas Sinnvolles dabei? ;) )
gaga6
14. Februar 2007, 20:52
ich finde es ist was wahres dran
NarTeX
14. Februar 2007, 22:06
Moral? Laut Marx ist jede Moral historisch bedingt. Wie Religion und Recht auch ist sie von den bestehenden materiellen Verhältnissen bestimmt und sind derem Wandel unterworfen. Daher kann Moral keinen absoluten Maßstab anlegen. Genau das versucht sie aber.
,,Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt." - Karl Marx
Engels schrub folgendes: „Gut und Böse: Dieser Gegensatz bewegt sich ausschließlich auf moralischem, also auf einem der Menschengeschichte angehörigen Gebiet... Von Volk zu Volk, von Zeitalter zu Zeitalter haben die Vorstellungen über Gut und Böse so sehr gewechselt, dass sie einander oft geradezu widersprachen.... Wie steht es aber heute? Welche Moral wird uns heute gepredigt? Da ist zuerst die christlich-feudale, ... die sich wesentlich wieder in eine katholische und protestantische teilt, wobei wieder Unterabteilungen von der jesuitisch-katholischen und orthodox-protestantischen bis zur lax-aufgeklärten Moral nicht fehlen. Daneben figuriert die modern-bürgerliche und neben dieser wieder die proletarische Zukunftsmoral, so dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft allein in den fortgeschrittensten Ländern Europas drei große Gruppen gleichzeitig und nebeneinander geltender Moraltheorien liefern. Welche ist nun die wahre? Keine einzige, im Sinn absoluter Endgültigkeit...
Wenn wir nun aber sehen, dass die drei Klassen der modernen Gesellschaft, die Feudalaristokratie, die Bourgeoisie und das Proletariat jede ihre besondere Moral haben, so können wir daraus nur den Schluss ziehen, dass die Menschen, bewusst oder unbewusst, ihre sittlichen Anschauungen in letzter Instanz aus den praktischen Verhältnissen schöpfen, in denen ihre Klassenlage begründet ist – aus den ökonomischen Verhältnissen, in denen sie produzieren und austauschen...“
[I]F. Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 86-87./I]
CobraKiLLer
14. Februar 2007, 22:11
Original geschrieben von MiG4
Wiso wurden wir dann irgendwann in der Geschichte sesshaft und sind nicht -wie zuvor- weiter 'umhergetigert'.
Ich denke das du mir zustimmst, wenn ich sage das sie 'damals noch einen freien Willen hatten'.( und diesen auch genutzt haben)
Wir haben damals ums nakte Überleben gekämpft. Dass wir das tun, heißt nicht, dass wir einen freien Willen haben^^
Original geschrieben von MiG4
Sogar bei den Tieren gibt es "allgemein gültige Normen", in der Form von:
'Das Mein Gebiet. Du kommst hier rein. Ich mache dich Tot.'
Und wenn ein anderes Tier sich nicht daran hällt muss es mit den Konsequenzen rechnen.(-> Exekutive)
Diese Regeln gibt es ja das die Rasse nicht ausstirbt.
Nun übertragen wir dies mal auf den Menschen:
"Höher entwickelte Tiere" brauchen 'höher entwickelte 'Regeln' um sich nicht gegenseiteig zu vernichten.
Nein, es dient lediglich dem überleben des 'Tieres' 'Mensch' und es war schon immer gegeben.
Mh klingt auch nach längerem grübeln ziemlich logisch, auch wenn ich sicher bin, dass mir gleich beim Abendbrot eine passende Erklärung einfällt ;)
bumby
15. Februar 2007, 13:47
Original geschrieben von NarTeX
Moral? Laut Marx ist jede Moral historisch bedingt. Wie Religion und Recht auch ist sie von den bestehenden materiellen Verhältnissen bestimmt und sind derem Wandel unterworfen. Daher kann Moral keinen absoluten Maßstab anlegen. Genau das versucht sie aber.
"Dass du aber dies uund jenes Urteil als Sprache des Gewissens hörst - also, dass du etwas als recht empfindest, kann seine Ursache darin haben, dass du nie über dich nachgedacht hast und blindlings annahmst, was dir als recht von kindheit an bezeichnet worden ist" sagt Nietzsche
("Das Gewissen eist eine jüdische Erfindung. Es ist - wie die Beschneidung - eine Verstümmelung des menschlichen Wesens."
sagt Hitler) (am Rande erwähnt, um zu zeigen, was es noch für komische Ansichten gibt)
Es wird doch immer die Moral der Herrschenden als richtig angesehen, bis es neue Herrscher gibt.
@schlangenmörder öh cobrakiller:
Bist du Anhänger des Sozialdarwinismus?
Und die Willensfreiheit ist ,meiner bisher unwiderlegten Meinung
nach, schon auf einer viel tieferen Ebene genommen.
@Mig4
Du bist der erste der sich um Einwände bemüht. Freut mich.
Nein, es dient lediglich dem überleben des 'Tieres' 'Mensch' und es war schon immer gegeben.
Ohne Gesetze wird der Mensch auch überleben, nur wird es eine Selektion geben, wer überlebt und seine vermeintlich überlegnen Gene weitergeben darf. (oO Sozialdarwinismus)
Wiso wurden wir dann irgendwann in der Geschichte sesshaft und sind nicht -wie zuvor- weiter 'umhergetigert'.
Darauf weiß ich jetzt gar keine Antwort
CobraKiLLer
15. Februar 2007, 14:27
Bimby
@schlangenmörder öh cobrakiller:
Bist du Anhänger des Sozialdarwinismus?
Und die Willensfreiheit ist ,meiner bisher unwiderlegten Meinung
nach, schon auf einer viel tieferen Ebene genommen.
Nein oO
Dann lass doch mal hören^^ Ich beharre bis jetzt darauf, dass niedere Kreaturen sozusagen "durchschaut" wurden und offensichtlich keinen freien Willen haben. Da wir auf den gleichen Strukturen aufgebaut sind haben wir auch keinen, wir sind nur wesentlich komplexer aber wie ein Legohaus aus den gleichen "Bausteinen" gefertigt. Einwände? ^^
bumby
15. Februar 2007, 14:59
du hast auch keinen freien willen. machen nen thread auf oder willst du s per pm hören?
NarTeX
15. Februar 2007, 16:53
Also ich hab nen freien Willen, wenn auch nur eingeschränkt, ich halte es da mit Wilhelm Weischedel (http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Weischedel).
Der sollte dir liegen bumby. Hab leider kein ebook zum Thema gefunden, nur folgendes:
4.9 Das Wesen der Freiheit
4.9.1 Definition von Freiheit von Wilhelm Weischedel
„Freiheit ist der Besitz eines Spielraumes für ein Wählen können, innerhalb dessen der Mensch von sich selber her über sich selbst bestimmen kann.“ (Weischedel, Skeptische Ethik, Seite 137)
Die Freiheit ist ihres Wesens nach Spielraum, Wahl und Selbstbestimmung.
4.9.2 Freiheit als Spielraum
Freiheit ist da, wo Handlungsfreiheit durch Umwelt, Institutionen und Konventionen gewährleistet wird. Man kann auch sagen, sie räumt einen Spielraum von Möglichkeiten ein. Jeder Mensch hat unterschiedliche Spielräume. Der Spielraum dessen, der im Gefängnis sitzt, ist sehr begrenzt. Das Recht legt fest, was geboten oder verboten wird, es ist als Gewährung oder Versagung von Spielräumen.
Man sieht, daß in der Menschheitsgeschichte immer mehr der Drang besteht, die Freiheit auszuweiten. Der Mensch hat das Gefühl immer mehr Mensch zu sein, je weiter der Spielraum seiner Freiheit ist.
4.9.3 Freiheit als Wahl oder Entscheidung
Zur Freiheit gehört außer dem Spielraum etwas Wesentliches: Der Mensch kann innerhalb der Spielräume wählen und entscheiden. Ohne dies wäre der Spielraum zu nichts nütze. Freiheit ist auch Wahlfreiheit. Der Mensch muß ständig in jeder Situation neu entscheiden, er hält auch oft an früher getroffenen Entscheidung fest. Unfrei wird der Mensch nur dann, wenn er auf alle Möglichkeit einer Revision seiner Schlüsse verzichtet, wenn er also auf seiner Entscheidung beharrt, selbst wenn sie die Situation radikal geändert hat. Die Wahl muß also nicht ständig neu vollzogen werden, aber der Mensch muß offen sein, für neue Situationen bei denen er sich vielleicht neu entscheiden muß. Alle Entscheidungen setzen eine Grundentscheidung voraus, in der der Mensch sich selbst in seiner Freiheit wählt.
4.9.4 Freiheit als Selbstbestimmung
Der Mensch hat die Sehnsucht nach Besitz und Ausweitung des Spielraumes. Im Menschen ist also der Wille aus eigener Spontaneität die Grenzen zu setzen, also über sich selbst zu bestimmen. Freiheit ist auch Selbstbestimmung, wie ich es auch in der dargestellten Willensfreiheit schon erklärt habe.
Selbstbestimmung ist die Freiheit des Sich-Auslebens des Ich. Es zeigt sich auch darin, daß wir, wenn wir ein gewisses Alter erreicht haben, aus dem Elternhaus in ein selbstbestimmtes Leben streben. Im Gegensatz hierzu zeigt sich, daß wir auch Lust nach Abhängigkeit verspüren. Wir lassen in gewissen Bereich über uns verfügen. Wir richten uns nach Propaganda, Mode, Massenmedien und öffentlichen Meinungen. Man kann von Sehnsucht nach Freiheit und Flucht vor ihr sprechen.
http://steinmetzler.dyndns.info:8080/Onida-Steinmetzler/eum.htm
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