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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gesellschaftsformen



CobraKiLLer
09. Februar 2007, 23:41
NarTeX
Ich für meinen Teil kann diesen Gesellschaftshass sehr gut nachvollziehen, auch wenn ich nie ein Aussenseiter war habe ich doch vor einiger Zeit angefangen, alles mit etwas anderen Augen zu sehen und mir mehr Gedanken über Gesellschaft und Politik zu machen. Eine Vision wie Kommunismus oder Anarchismus hilft einem, den Alltagsstress zu verarbeiten und bereitet sehr gut auf laut einigen Soziologen wahrscheinliche neue Studentenrevolutionen vor und bietet einem dann de Chance, aktiv etwas zu verändern.
(aus Thread zu Emsdetten
http://forum.ingame.de/halflife/showthread.php?s=&threadid=12175&perpage=25&highlight=metaphern&pagenumber=3)

Aus der Emsdetten Diskussion kristallisierten sich ja offensichtlich sowieso mehrere Diskussionen heraus (wie zum Beispiel die über den Sinn des Lebens), was vielleicht ein nicht einmal unerheblicher Grund dafür war, dass die Diskussion erst in ein heilloses durcheinander und dann schließlich in einem vernichtenden Close landete. Jedoch hindert dies einen ja nicht daran, die vielen Anregungen revue passieren zu lassen und noch einmal zu betrachten, welche Auswüchse die Diskussion so annahm im Laufe der Zeit:
Was haltet ihr also von unserer Gesellschaft (ich hoffe alle wissen, was gemeint ist) und was würdet ihr verbessern?
Ist die totale Anarchie vielleicht die Lösung aller Probleme oder sollten wir uns doch lieber auf ein friedliches Miteinander im Kommunismus einrichten? Sollten wir vielleicht eine Monarchie ala Ludwig XIV aufbauen ?

Ich für meinen Teil finde unsere Gesellschaft ist in der Theorie relativ gut gedacht, allerdings greift beispielsweise die Politik zu wenig im positiven Sinne ein. Die Welt ist nur darauf ausgelegt jeden von uns, arbeiten zu lassen. Bestenfalls kann man andere für sich schuften lassen aber selbst dann tut man das nur, um sein Geld wieder an jemanden anders abzugeben, der wiederum solange ausgequetscht wird wie er es aushält oder noch länger. Dadurch entsteht ein Druck und u.A. durch die sterbende Zukunft (Rente, Öl, Klimakatastrophe, ...) sowie mangelnde Bildung und Sozialwesen entsteht eine Perspektivlosigkeit, der zu viele nicht gewachsen sind.
Klar sind 80 mio eine Menge Menschen, aber sollte man nicht trotzdem dafür sorgen können, dass jeder eine Chance bekommt bei der ihm auch geholfen wird?

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Nachdem ich die SuFu mehr als 3 mal erfolglos benutzt hab (Gesellschaft, gesellschaftsform, regierung usw) möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass die Posts sich bitte wenigstens auf das Thema beziehen sollten und nicht in hirnlosen 'ich mcah das froum kaputt und bni ein helt"-Posts untergeht und sry für das lange Intro bei so wenig produktivem Inhalt^^

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bumby
10. Februar 2007, 10:38
3punkte die mir da als erstes einfallen:
1.die welt wird meiner meinung nach nicht besser, solang die menschheit in unterschiedliche, mehr oder weniger schlechte systeme gespalten wird.

2.ich find das sehr schade, dass die leute immer sich immer nur auf deutschland/europa (oder eben das land in dem sie leben) beziehen, die wenigstens gehen von der gesamten menschheit aus, sondern nur von einem geringen teil.

3.ja eine gute gesellschaft? was macht eine gute gesellschaft aus? die sicherheit für die menschen, oder die freiheit, oder die gleichheit? eigentlich alles zusammen, wobei sich diese 3 aspekte nie gleichmäßig vereinen lassen. zumindest sind viele gesellschaftskritiker und philosophen der aufklärung daran gescheitert(Auch später hatte es niemand ausreichend gelöst).

enfer
10. Februar 2007, 11:38
>Was haltet ihr also von unserer Gesellschaft (ich hoffe alle wissen, was gemeint ist) und was würdet ihr verbessern?

Ich hab n paar Diskussionen über Anarchie geführt und mittlerweile halt ich das für wirklich erstrebenswert (:wink: Nartex). Ich mein damit nicht die "Anarchie", die die meisten Möchtegernpunks sich wünschen, sondern die richtige Anarchie, wie sie im Lexikon steht.

>Die Welt ist nur darauf ausgelegt jeden von uns, arbeiten zu lassen. Bestenfalls kann man andere für sich schuften lassen aber selbst dann tut man das nur, um sein Geld wieder an jemanden anders abzugeben, der wiederum solange ausgequetscht wird wie er es aushält oder noch länger

Was ist bitte an Arbeit so schlimm? Was ist so schlimm daran, dass für viele der Sinn des Leben ins ihrer Arbeit, in ihrem Beruf (oder Berufung) besteht? Dass man Geld hat und ausgibt hat damit nichts zu tun, das ist ein anderes Problem. Die Konsum- und Wegwerfgesellschaft ist nicht enstanden, weil die Menschen arbeiten (müssen).

NarTeX
10. Februar 2007, 11:58
Ich halte nicht viel von unserer tollen sozialen Marktwirtschaft.

Wer zu viel Zeit hat, kann das Kapital von Karl Marx lesen. Darin geht es um den Kapitalismus, er wird genau analysiert. Diese Analyse ist bis heute nicht widerlegt worden. Marx redet allerdings nicht davon, wie ein kommunistischer Staat aussehen sollte.

Staaten wie die ehemalige SU sind allerdings mit Sicherheit kein Kommunismus, höchstens ein Staatssozialismus (http://de.wikipedia.org/wiki/Staatssozialismus).

"Nach marxistischer Auffassung heißt es, dass der Staat nach einer erfolgreichen Revolution nach und nach auf dem Weg zum Kommunismus "einschlafen" (Friedrich Engels) werde, wenn er nicht mehr notwendig bzw. überflüssig geworden sei. In einer Übergangszeit wird der Staat für die "Diktatur des Proletariats" gebraucht. In der Realität ist keiner der ehemaligen sozialistischen Staaten, auch wegen der ausgebliebenen Weltrevolution, "eingeschlafen". Der Charakter dieser Staaten ist innerhalb des Marxismus umstritten. Einige Marxisten meinen, dass der Aufbau der Gesellschaftsform für die Übergangszeit in keinem der sozialistischen Länder jemals vollendet war. Andere Marxisten wiederum bezeichnen die sozialistischen Staaten als stalinistisch und behaupten, dass der sozialistische Anspruch einer bürokratischen Diktatur gewichen sei."


Ich bin jedenfalls antikapitalistisch, antinational, sozialistisch.

Kurzfristig bin ich für ein

bedingungsloses Grundeinkommen (http://www.unternimm-die-zukunft.de/Ausgewaehlte_Texte/Was_bringt_ein_bedingungsloses_Grundeinkommen.pdf) in Deutschland, mittelfristig wäre die Umwandlung in eine sozialistische Basisdemokratie wohl äußerst wünschenswert. Kommunismus ist wohl nur sehr langfristig anvisierbar, dazu müsste ja erstmal die Weltrevolution kommen, an die glaube ich nicht mehr so ganz.

Anarchismus finde ich zwar eigentlich sehr toll, aber mit einer Weltbevölkerung, die so riesig ist, würde das wohl kaum umzusetzen sein. Außerdem ist der Übergang in den Anarchismus sehr problematisch.

bumby
10. Februar 2007, 12:31
Original geschrieben von NarTeX

Staaten wie die ehemalige SU sind allerdings mit Sicherheit kein Kommunismus, höchstens ein Staatssozialismus (http://de.wikipedia.org/wiki/Staatssozialismus).



war ganz einfach eine diktatur eines/ wenigen mächtigen(und nicht des proletariats) mit zentralgelenkter wirtschaft.

und wer nicht so viel zeit hat und auch keine lust hat sich in das thema groß ein zuarbeiten, der soll lieber das kommunistische manifest lesen und nicht das kapital

NarTeX
11. Februar 2007, 20:13
jop