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Autor poLemin war einer der wenigen, der es gewagt hat alleine an einer Map für den „Exotic Places Mapping Contest“ zu arbeiten und zumindest einen kleinen Erfolg damit feiern konnte. Seine Map landete unter den „Honorable Mentions“ und hat damit die Top 10 nur knapp verpasst.

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Dinner by one

In einem Städtchen im Kaukasus soll ein Festmahl für einen Lord stattfinden. Das passt einer Gruppe von Terroristen natürlich gar nicht. Zwar hat die Map mit diesem thematischen Hintergrund keinen besonders exotischen Look, aber sie sieht gut aus und das ist schon eine Errungenschaft. An derartig umfangreichen Maps arbeiten heutzutage meistens Teams aus zwei oder mehr Personen.

Mit relativ wenig Mitteln hat der Autor ein stimmiges Thema etabliert. Ziegelsteine und alter Putz dominieren den Look. Farblich gibt es durchaus etwas Variation, wobei vor allem die Balkone herausstechen. Erwähnenswert sind die wirklich guten selbsterstellten Texturen. Zusammen mit vielen Assets aus Dust 2 ergibt sich eine insgesamt ansehnliche Optik.

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Ein paar Kritikpunkte möchten wir dennoch loswerden, wobei diese zusammengenommen nur ein kleiner Wermutstropfen sind. Zwar hat sich der Autor stellenweise sichtbar Mühe gegeben und beispielsweise Gebäude schräg platziert, aber dennoch wirken einige Abschnitte zu blockig. Die Stadt wirkt dadurch wie am Reißbrett entworfen, was wiederum schlech zum Thema passt. Auch könnten manche Areale etwas mehr Identität vertragen, um sich bei den Spielern leichter einzuprägen. Viele Bereiche der Map sehen sich ziemlich ähnlich.

Und in manchen Arealen sollte man nicht zu sehr auf die Details achten. Ein gutes Beispiel dafür ist das Areal hinter dem T-Spawn, denn dieses ist alles andere als realistisch. Auch die vermeintliche Kirche am CT-Spawn passt nicht richtig ins Bild.

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Etwas schade ist auch, dass die weitere Umgebung keine Rolle spielt. Es gibt zwar eine Skybox, aber die ist beinah irrelevant und entsprechend einfach gehalten. In allen Ecken der Map bilden hohe Häuser die Levelgrenze, so dass eine Weitsicht direkt verhindert wird.

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Im Grunde ist bei einer Map die Kunst die Optik da auf ein Maximum zu bringen, wo sie die Map nach vorne bringt und weniger Arbeit einfließen zu lassen, wo weniger Details benötigt werden. Das ist poLemin alles in allem gut gelungen!

Brot und Wein – wo soll das sein?

Das Layout von Feast ist zwar nichts allzu Ungewöhnliches, aber schräg laufende Wege und viele kleine Höhenunterschiede lockern es auf. Und es hat auch ein paar Gimmicks, die das Gameplay an wichtigen Orten interessant halten.

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So hat beispielsweise die Mitte einen Höhenunterschied, der sich durch einen Sprung von einem dort platzierten Stromkasten überwinden lässt. Dieser Sprung ist für die Angreifer kein Muss, eröffnet aber weitere Möglichkeiten die Bombenplätze einzunehmen. Alternativ geht natürlich auch ein Boost.

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Richtung A gibt es einen etwas langgezogenen Untergrundweg, der zu einer erhöhten Position mit guter Sicht auf den Spot führt. Diese Position ist genau wie der gegenüberliegende Balkon auch direkt von Spot aus über eine Sprungsequenz erreichbar. Und auf A-Lang gibt es ein Vordach, das durch einen Boost zu einer mächtigen Position werden kann. Wahrscheinlich wird es die meiste Zeit ungenutzt bleiben. Dass diese spielerische Möglichkeit besteht, ist aber trotzdem gut.

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Wo wir gerade bei Dächern sind: Die Map verleitet dazu, sich erhöhte Positionen zu suchen. Nur sind die visuellen Leitlinien nicht konsequent. Manche scheinbar erreichbaren Orte sind dann doch von einer unsichtbaren Wand umgeben. Prominentestes Beispiel dafür ist das kleine Vordach der Kirche beim CT-Spawn.

Fazit zu de_feast

Trotz einiger Kritikpunkte an der Optik ist das, was poLemin im Alleingang und in begrenzter Zeit zu Stande gebracht hat, durchaus ansehnlich. Auch wenn das Thema nicht allzu exotisch ist.

Die Umsetzung ist aber gelungen, das Layout hat ein paar interessante Stellen und das Gameplay ist solide. Genau wie Rampart hätte Feast unserer Meinung nach einen der hinteren Top 10 Plätze beim „Exotic Places Mapping Contest“ verdient.

Download: de_feast im Steam Workshop