inCounterStrike.de Jahresrückblick 2016

Seit über vier Jahren ist CS:GO nun schon auf dem Markt. Manch andere Spiele hätten das Ende ihres Lebenszyklus bereits erreicht. Doch sowohl Valve selbst als auch die Szene sorgen dafür, dass CS:GO auch in seinem vierten Lebensjahr seine Spieler begeistern konnte. Vieles ist in diesem Jahr geschehen, sowohl Positives als auch Negatives. Aber das Spiel steht weiterhin an der Spitze des weltweiten eSports und wird auch stets weiterentwickelt.

CS:GO Jahresrückblick 2016

Was in diesem Jahr alles rund um das Spiel und in der Szene passiert ist, möchten wir mit der folgenden Auswahl an bedeutenden Momenten festhalten.

Nuke Remake

Das erste große Update für das Spiel kam im Februar. Darin enthalten war das Nuke Remake, auf das die Community schon lange gewartet hat. Es ist die bisher schönste CS:GO Map, allerdings gerät sie unter anderem wegen der Performance immer wieder in Kritik. Mit der Veröffentlichung des Remakes wurde außerdem wurde Operation Wildfire gestartet, die erstmals eine kooperative Kampagne und sogenannten „Blitz Missions“ enthielt. Leider sollte es die einzige Operation in diesem Jahr bleiben.

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Preisgelder in Millionenhöhe

Wenige Tage später gab Valve bekannt, dass das Preisgeld von CS:GO Major Events auf $1 Million erhöht wird. Die MLG Columbus 2016 war das erste Event, das von dieser Preisgelderhöhung profitierte und gleichzeitig auch das erste Major Event, das in Nordamerika ausgetragen wurde. Das Turnier startete Ende März und hatte einige Tage später mit Luminosity Gaming überraschend ein brasilianisches Team als Sieger. Aus Luminosity Gaming wurde später übrigens SK Gaming.

WESA

Im Mai wurde die World Esports Association (WESA) gegründet, die für Einheitlichkeit und Transparenz im eSport sorgen sollte. Als Gründer traten die ESL und einige Top Teams aus CS:GO auf. Dennoch gab es viele kritische Stimmen, vor allem wegen des großen Einflusses, den die ESL auf die Vereinigung hat. Bereits kurz nach der Gründung trat der FaZe Clan wieder aus, die anderen sieben Teams blieben.

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eSport und Killerspiele

Ab Juni gab es dann eine Besonderheit für Fans: Die neue E-League bekam eine TV-Ausstrahlung auf ProSieben MAXX. Einmal pro Woche gab es die Highlights der CS:GO Liga in einer Show zu sehen. Nachdem Amoklauf in München am 22. Juli wurde die Sendung aber umgehend wieder eingestellt. Zu dieser Zeit wurde CS:GO in den Medien vermehrt als „Killerspiel“ dargestellt und dadurch in ein schlechtes Licht gerückt. Die Diskussion flachte allerdings sehr schnell wieder ab.

Prime Matchmaking für ein besseres Spielerlebnis

Für Aufsehen sorgte das neu eingeführte Prime Matchmaking. Wer seinen Steam Account mit einer Telefonnummer verbunden und in CS:GO einen bestimmten Profilrang überschritten hat, kann sich auf Premium aufstufen lassen. Dann hat man die Möglichkeit ausschließlich gegen Spieler anzutreten, die ebenfalls ihren Account hochgestuft haben. Durch das Prime Matchmaking sollen Cheater und Smurfs etwas eingedämmt werden. Die Kehrseite ist, dass viele Spieler seither über schlimme Zustände im normalen Matchmaking klagen. Dieses gilt als Sammelbecken für schlecht gesinnte Spieler.

cs go prime matchmaking

Das zweite und letzte Major in diesem Jahr

Die ESL One Cologne 2016 brachte im Juli wieder ein Major Event nach Deutschland. Das Preisgeld betrug erneut $1 Million und wie im Vorjahr fanden die Playoffs in der LANXESS Arena in Köln statt. Erneut konnte sich das Team von SK Gaming, das zuvor noch unter dem Banner von Luminosity Gaming auftrat, durchsetzen und somit den Titel verteidigen. Andere weltklasse Teams schieden schon in der Vorrunde aus und mussten sich damit für das nächste Major Event erst wieder qualifizieren.

Illegales Glücksspiel

Nach diesem großen Event widmete sich Valve einem ernsten Problem in der Community. Über viele Monate hinweg schossen Glücksspielsseiten wie Pilze aus dem Boden. Dort konnten Waffen-Skins aus CS:GO eingesetzt werden. Über die Steam API liefen diverse Bots, die das Entgegennehmen und Ausgeben der Skins übernahmen. Dazu kam, dass sich die Betreiber dieser Seiten mit bekannten Persönlichkeiten aus der Szene zusammenschlossen und dadurch einen enormen Bekanntheitsgrad erlangten. Allerdings wurden diese Seiten nicht kontrolliert. Keiner wusste wie fair die Chancen wirklich sind. Auch eine Alterskontrolle gab es nicht, was ein ernstes Problem darstellte. Minderjährige konnten zum Glücksspiel verleitet werden.

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Dazu kamen immer mehr Skandale rund um Persönlichkeiten wie moE und Phantoml0rd ans Tageslicht. Diese erhielten insgeheim Tipps von den Betreibern und wussten daher wann sie auf was setzen müssen, um zu gewinnen. Die Zuschauer auf ihren Kanälen wurden dadurch getäuscht. Das Glücksspiel schien wie eine einfache Möglichkeit, um schnell viel Geld zu verdienen. All das geschah aber unter dem Radar der Öffentlichkeit, so dass diese Betrugsmaschen über Monate hinweg durchgezogen wurden. Erst als immer mehr Skandale aufgedeckt wurden und Valve sich entschied einzuschreiten, nahm dieses Treiben ein Ende. Es wurden zahlreiche Briefe an die Betreiber solcher Seiten verschickt. Darin forderte Valve, dass die Seiten ihre Tätigkeit umgehend einstellen müssen. Das illegale Glücksspiel verstieß nämlich auch gegen die Nutzungsbedingungen der Steam API. Auch für Wettportale wie CSGOLounge war damit das Ende besiegelt.

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Coaches als sechster Spieler

In der Profi-Szene war es währenddessen schon fast zum Standard geworden, dass Teams zusammen mit einem Coach auftraten, der während eines Matches die Koordination übernahm. Valve war das aber ein Dorn im Auge und so wurde im August verkündet, dass die Rolle von Coaches zumindest bei Major Events eingeschränkt wird. Coaches dürfen dort nur noch während des Warmups, der Halbzeit oder Timeouts mit ihren Spielern reden. Während einer laufenden Runde ist das nicht mehr gestattet. Valve begründet das damit, dass Coaches sonst zu einer Art sechstem Spieler werden und dem Team Aufgaben abnehmen. Diese Entscheidung sorgte für viele Diskussionen in der Szene. Valve hält daran fest, ist aber auch weiterhin im Dialog mit den Profi-Spielern.

Inferno Remake und Beta Updates

Der Oktober brachte dann ein weiteres Remake, auf das viele Spieler schon gewartet haben: Inferno kehrte in neuem Gewand zurück. Valve ging dabei erstmals einen neuen Weg und veröffentlichte zuvor optionale Beta Updates, in denen das Remake bereits angespielt werden konnte. Dadurch wurden noch vor dem richtigen Release der Map einige Fehler gefunden und ausgebessert. Die Community begrüßte diesen Schritt und wünschte sich, dass Valve das öfter macht. Allerdings gab es bei weiteren größeren Updates in diesem Jahr keine vorläufigen Beta Updates mehr.

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Graffitis und farbige Handschuhe

Kurz vor dem Inferno Remake brachte Valve noch ein Feature aus alten Tagen zurück: Graffitis. Diese sorgten aber für viel Ärger in der Community. Dass man keine eigenen Graffitis mehr verwenden kann, sondern sich welche kaufen muss, verwunderte eigentlich kaum. Immerhin war dadurch der Missbrauch des Features ausgeschlossen. Allerdings kann jedes Graffiti nur 50 mal benutzt werden und muss dann neu gekauft werden. Die Limitierung auf 50 Verwendungen wurde schnell zu einem beliebten Meme in der Szene.

cs go update graffiti

Im November folgte dann noch ein kosmetische Updates, das für Aufregung sorgte. Schon länger wurden Glove Skins in der Community diskutiert und viele Spieler waren gar nicht so abgeneigt von dieser Idee. Überrascht waren die Spieler dann aber von der Tatsache, dass die Skins für Handschuhe die gleiche Seltenheit besitzen wie Messer. Dadurch bleiben diese natürlich stets relativ teuer und nicht jeder ist bereit soviel Geld auszugeben, auch wenn er gerne andere Handschuhe hätte.

cs go glove skins

Für die Augen und die Ohren

Viele hofften im Dezember von Valve mit einer neuen Operation in die Winterpause geschickt zu werden, doch daraus wurde nichts. Stattdessen führte Valve aber eine neue Soundoption namens „HRTF“ ein. Diese Einstellung soll direktionale Geräusche verbessern und somit deren Ortung vereinfachen. Ebenfalls überraschend kam die Überarbeitung des SAS Player Models.

cs go sas model update

Was kommt 2017?

Da sich Valves Kommunikation in Grenzen hält, ist es schwer zu erahnen, was uns im nächsten Jahr erwartet. Die eben angesprochene neue Operation sollte eigentlich in den Startlöchern stehen und wird vielleicht schon im Januar starten.

Dann ist da noch das ELEAGUE Major, das am 22. Januar startet und bis zum 29. Januar läuft. Was die Dauer angeht wird es das bisher längste Turnier in der Geschichte von CS:GO. In der Qualifikation, die vor zwei Wochen stattfand, wurden die restlichen acht Teilnehmer gefunden, so dass das Teilnehmerfeld nun komplett ist. Mit den se Ninjas in Pyjamas und us Cloud9 sind aber zwei Top Teams an der Qualifikation für das Turnier gescheitert. Ein weiteres Major Event möchte die ESL Anfang Juli veranstalten. Der Termin steht schon fest. Valves offizielle Ankündigung, dass es ein Major wird, steht noch aus.

Da Valve bereits ein Player Model überarbeitet hat, liegt die Vermutung nahe, dass auch die anderen Models nach und nach überarbeitet werden. Außerdem ist bekannt, dass Valve an einem Dust Remake arbeitet. Höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um Dust 2. Es wäre aber theoretisch auch möglich, dass die originale Dust Map gleichzeitig überarbeitet wird, da beide Maps ähnliche Accessoires benutzen. Ansonsten müssen wir uns überraschen lassen. Wer weiß, was Valve noch alles geplant hat.

In diesem Sinne einen guten Rutsch ins neue Jahr!

WESG 2016 - Zeitraum und Gruppen Map of the Month November 2016 - de_junction
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