ESL hebt Bann ehemaliger iBUYPOWER-Spieler auf

Seit Jahren ist das ehemalige Team von us iBUYPOWER ein Gesprächsthema in der CS:GO-Szene. Grund dafür ist, dass die damaligen Spieler im August 2014 Wettbetrug begingen. Sie verloren absichtlich ein Match, bei dem sie vorher auf einer Wettplattform Skins in Höhe von mehreren tausend US-Dollar gegen sich gesetzt haben. Der Betrug wurde aufgedeckt und alle Beteiligten wurden auf Lebenszeit von Valves Major Events verbannt. Andere Unternehmen wie ESL und ESEA übernahmen dieses Urteil und verwehrten den Spieler die Teilnahme an ihren Ligen und Turnieren. Nun gab es aber eine Wende, denn die ESL hat ihren Bann wieder aufgehoben.

ESL hebt Bann gegen ex-iBUYPOWER auf

Die Community ist seit jeher gespalten, ob die Spieler eine zweite Chance erhalten sollten. Die letzten Monate führte die ESL Gespräche mit Profi-Spielern und zog die Esports Integrity Coalition (ESIC) zu Rate. Gestern wurde dann folgende Nachricht über Twitter verbreitet:

Im Zuge der Revision ihres Regelwerks, nachdem nun auch Spieler mit VAC Ban nach zwei Jahren wieder entbannt werden, entschied sich die ESL den für Wettbetrug gesperrten Spielern wieder eine Chance zu geben. Alle Banns wegen Wettbetrug, die vor dem 15. Februar 2015 ausgesprochen wurden, werden aufgehoben. Die neue Regelung tritt am 1. August in Kraft. Neben den ehemaligen Spielern von us iBUYPOWER betrifft das auch das damalige Team von fr Epsilon.

Als Begründung für diese Entscheidung gibt die ESIC folgendes Statement ab:

Our reasoning here is that, whilst the players are clearly culpable and should have known better, the rules surrounding this sort of activity were not clear at the time, no education had been provided to the players and the procedures used to sanction them were not transparent and did not comply with principles of natural justice.

Damit könnten Spieler wie Sam „Dazed“ Marine. Braxton „swag“ Pierce, Keven „AZK“ Larivière und Joshua „Steel“ Nissan wieder aktiv in die Szene zurückkehren. Einige davon haben sich in der Zwischenzeit unter anderem auf YouTube und Twitch einen Namen gemacht. In Zukunft könnten sie wieder an Turnieren von ESL und ESEA sowie an der ESL Pro League und natürlich auch Amateur-Ligen teilnehmen.

Zukünftiger Umgang mit Wettbetrug

Die genannten Spieler haben quasi Glück gehabt, da es Anfang 2015 noch keine transparenten Regelungen zum Thema Wettbetrug im eSport gab. Zukünftige Vergehen auf diesem Gebiet werden in der ESL mit einer Sperre von fünf Jahren bestraft:

Valves lebenslange Sperre für Major Events, wie die letzte Woche ausgetragene PGL Krakow 2017, bleibt weiterhin bestehen. Es ist auch fraglich inwiefern Valve in Zukunft mit der ESL zusammenarbeiten wird, gerade in Bezug auf die Veranstaltung eines Majors.

Quellen: eslgaming.com, esportsintegrity.com

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Comments
DietzMaster
Meiner Meinung nach ist das ein ganz schwaches Zeichen der ESL und ich hoffe das Valve den Bann weiterhin beibehält. Ich finde dass man eine 0-Tolleranz-Politik gegenüber Cheatern und Wettbetrügern haben sollte. Sie schaden dem Image von Counter Strike und werfen dabei auch ein sehr schlechtes und unproffesionelles Licht auf die gesammte E-Sportsszene.

Der einzigen Gründe weshalb viele Leute die Entsperrungen begrüßen sind das mögliche Potential dieser Spieler sowie die Tatsache dass sie nach dem Skandal in die Streamerszene gegangen sind und somit ihre Popularität weiter ausbauen konnten. Wäre irgendein Deutscher Semi-Pro wegen Wettbetrugs gebannt worden hätte sich absolut niemand dafür interessiert und so hätte auch niemand eine Entbannung gefordert. Diese Doppelmoral dahinter kotzt mich ziemlich an...
Anduriel
Das sehe ich ähnlich. Ich finde es eine absolut schlechte Entscheidung von der ESL. Diese Spieler haben bewusst andere Leute um ihr Geld betrogen! Völlig egal, ob es zu diesem Zeitpunkt eine Regelung für Wettbetrug in CS:GO gab oder nicht. Nicht einer von denen hat ernsthafte Konsequenzen gehabt. Stattdessen wurden sie zu Twitch- und YouTube-Stars.

Das ist genau das gleiche mit Leuten wie moE und Phantoml0rd. Betrügen ihre Zuschauer und Fans, sahnen ordentlich Kohle ab kommen ganz gut damit davon. Und das schlimmste: Die werden immer noch ernst genommen. Für mich haben solche Leute nichts mehr in der Szene zu suchen. Ich hoffe Valve wird ex-iBUYPOWER & Co. für immer gebannt lassen.

Übrigens haben ELEAGUE und DreamHack mittlerweile verkündet, dass sie die Sperren auf Lebenszeit bei ihren Veranstaltungen aufrecht erhalten werden.

Was ich übrigens als Nebeneffekt befürchte: Falls Valve jetzt beschließt keine Zusammenarbeit mehr mit der ESL einzugehen, dann sieht es zukünftig mit Majors in Deutschland ziemlich schlecht aus.
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