Valve wärmt auf – Wieso immer Remakes?

Wie wahrscheinlich die meisten, wenn nicht alle von euch wissen, scheint Valve nach und nach alle Maps in CS:GO optisch und spielerisch zu verbessern. Woher wir das glauben zu wissen? Naja, zwei Maps hat Valve schon überarbeitet – Train und Nuke – und es ist kein Geheimnis, dass Inferno als nächstes an der Reihe ist. Dabei stellt sich mir die Frage: Warum macht Valve das? Warum bauen die Entwickler lieber alte Maps um anstatt neue zu erstellen?

Vielleicht muss ich an dieser Stelle etwas weiter ausholen: Seit jeher hatten wir in jedem Counter-Strike eine recht große Anzahl an Maps. Diese waren nicht alle gleich “gut” (im Sinne von ausbalanciert) und nicht alle haben gleich viel Spaß gemacht. Es gab CT-lastig Maps und es gab Karten, auf denen die Angreifer ein bisschen mehr im Vorteil waren. Welche letztendlich in Wettkämpfen gespielt wurden, entschieden die Ligen. Diese wiederum wurden von der Community gesteuert – es ging noch nicht um so viel Geld, wie das heute der Fall ist, und die meisten spielten einfach was ihnen Spaß machte. Diesem Umstand hatten wir es zu verdanken, dass auch eine Map wie Cobblestone (damals „Cbble“) noch fast bis zum Ende von Counter-Strike: Source gespielt wurde (in Counter-Strike 1.6 ist das eine andere Geschichte).

de_cbble cs source

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Wir hatten damals einen gigantischen Pool an Maps, dieser setzte sich aus offiziellen und Custom Maps zusammen. Der „Pro-Pool“ wurde von den Spielern zusammengestellt und trotzdem wurden fast alle Maps irgendwo gespielt.

Heute ist das Bild ein anderes: Valve hat sich aktiv in die Szene eingemischt und bestimmt vor allem durch die Major Events mit ihren hohen Preisgeldern was gespielt wird. Die Ligen müssen sich entsprechend anpassen, wenn sie die Unterstützung des Entwicklers haben möchten. Damit eine Custom Map relevant für Wettbewerbe wird, muss schon einiges passieren. In einem Wort: Cache.

de_cache cs source

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Das bringt uns zum Grund, warum Valve dazu gezwungen ist den doch recht kleinen Map Pool zu hegen und zu pflegen. Wir haben aktuell Dust 2, Cache, Cobblestone, Train, Nuke, Mirage und Overpass im Competitive Map Pool und vier weitere Karten, die nicht gespielt werden – das originale Dust würde ich hier aber ausklammern, da es nun wirklich keine 5on5 Map ist. Warum Valve keine neuen Level baut, sollte also klar sein: augenscheinlich hat das Spiel erstmal genug. Wenn man allerdings schaut, wieviele Maps Counter-Strike: Source und Counter-Strike 1.6 / Condition Zero hatten, wird einem ein bisschen schwindelig:

Spiel CS CS:CZ CS:S CS:GO
„DE“ Maps 15 17 12 11
„CS“ Maps 9 5 6 4

Wie man sehen kann, haben die älteren Versionen deutlich mehr Maps. Natürlich sind da auch viele Hostage Maps („CS“) dabei, aber wenn man den Unterschied zwischen CS 1.6 und CS:GO betrachtet, gibt es doch eine große Differenz. Wie gesagt, die alten Maps waren nicht alle gut, aber wir hatten immerhin Vielfalt. Das Totschlag-Argument ist leider wie so oft in diesen Tagen die Profiszene: „Die Jungs können sich doch nicht 17 Maps drauf schaffen.“,  „Wer CS auf einem hohen Niveau sehen will, muss mit einem kleinen Map Pool leben.“ usw. – und ja liebe eSportler, ihr habt wahrscheinlich recht. Niemand kann sich alle Smokes und Nades für 17 Competitive Maps merken. Aber genau aus diesem Grund haben wir eigentlich die “Active Duty”-Gruppe. Eine kleine Anzahl Maps, die aktiv in Liga-Spielen genutzt wird und dadurch ein hohes Wettkampfniveau sichert.

Unsere Frage vom Anfang ist damit aber noch nicht ganz beantwortet: Wieso schraubt Valve lieber an alten Maps rum als wirklich neue zu bauen? Die einzige wirklich neue Map, die wir in CS:GO haben, ist Overpass. Cache und Mirage existieren schon viele Jahre als Custom Maps und wurden schon in Counter-Strike: Source gespielt. Die Antwort ist wahrscheinlich einfacher als man denkt: Die Community beschwert sich nicht. Es scheint so, als wäre es den meisten recht, wenn sie die selben sieben Competitive Maps immer und immer wieder spielen. Diejenigen unter uns, die gerne auch mal etwas anderes zocken wollen, versucht Valve alle paar Monate mit den Operations zufriedenzustellen.

Die meisten Gelegenheitsspieler halten sich eben an das, was die Profis spielen. Wenn wir allerdings diese Fragen würden, was sie gerne spielen würden, dann würden sie den Map Pool wahrscheinlich noch verkleinern. Die Jungs verdienen ihr Geld damit und werden sich ihren Job nicht freiwillig noch komplizierter machen lassen.

de_cache hd update

Cache ist für mich Positiv- und Negativ-Beispiel in einem. Cache ist eine Map, die sich genauso spielt wie der Rest des Competitive Map Pools – „gut“ eben. Aber sie zeigt auch, dass die Community gehört wird, wenn sie nur laut genug ruft. Wir sollten uns also darüber im Klaren sein, was wir als Spieler wollen. Maps, die schon 15 Jahre alt sind (Dust 2 erschien am 8. November 2000) und bei der jeder – aber wirklicher JEDER – weiß wie man sie zu spielen hat. Oder wollen wir das Gefühl eine völlig neue Karte zu erkunden und zu lernen, wie wir es bei Overpass hatten? Ein Spiel sollte sich mit seiner Community entwickeln und diese nicht festfahren. Es gehört auch zum “Skill” sich neuen Gegebenheiten anpassen zu können und nicht ewig Schema-F abzufahren.

Wie seht ihr das: Lieber neue Maps oder doch Remakes von bekannten Karten? Schaut mal im dazugehörigen Forenthread vorbei und sagt uns eure Meinung!