Omanis Bericht von der ESL One Cologne 2015

Am Samstag, den 23. August 2015, gegen 7 Uhr früh startete ich mein Abenteuer: Ein Besuch der ESL One Cologne 2015. Nach „nur“ 3 Stunden Fahrt kam ich in Köln an und konnte meinen ersten Blick auf die LANXESS-Arena erhaschen. Was mich etwas beunruhigte, war die extrem lange Schlange von Menschen, die vor dem Einlass zu sehen war.

esl one cologne 2015 lanxess arena

Nachdem ich meinen Wagen in einem Parkhaus direkt unter der Arena geparkt hatte, machte ich mich auf den Weg, um meine Presse-Akkreditierung abzuholen. Zum Glück war es am Presseschalter nicht so voll und ich konnte nach ca. 10 Minuten Wartezeit die Arena über einen gesonderten VIP-Eingang betreten.

Nachdem ich das erste Mal die Halle betreten habe, war ich erst einmal total geflashed. Die ganzen Menschen, die ganzen Monitore und Leinwände, der Sound, die gute Lichtshow – Wahnsinn!

Ich bin immer wieder auch etwas durch die Halle gewandert und habe versucht mich auf die verschiedenen Platzkategorien, welche es in der Halle gab, zu setzen. Ich muss sagen, es gab keinen (!) Platz, von dem man nicht eine sehr gute Sicht auf die Leinwände hatte. Und der Sound war so monströs, dass man auch in der letzten Ecke noch die Patronenhülsen fallen hören konnte.

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Es war ein unbeschreibliches Gefühl, alle Kommentatoren und Moderatoren, die man ansonsten nur aus dem Stream kennt, auf einmal live vor einem zu sehen. Jeder Einzelne hat sich in den Pausen Zeit für die Fans genommen, Autogramme geschrieben, Fotos mit den Fans gemacht und bereitwillig Fragen beantwortet. Man konnte sehen und fühlen, dass das Ganze für sie nicht nur ein Job ist, sondern dass sie „die Scheiße“ wirklich lieben und leben. Es muss geil sein, wenn man sein Hobby zum Job machen kann.

esl one cologne 2015

Es waren natürlich auch sehr viele Bekannte aus der deutschen CS:GO-Szene anwesend. Von Knochen über Zonixx, MrTweeday, gob b und viele mehr. Manchmal hatte man die Möglichkeit, sich mit dem ein oder anderen etwas zu unterhalten.

esl one cologne 2015 gob b

Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt. Es gab Nachos, Popkorn, Bratwürste, Burger, Pommes, Pizza usw. zu kaufen. In der Regel waren die Wartezeiten vor den Kiosken durchaus moderat. Über die Preise könnte man jetzt sicherlich streiten, aber sie waren relativ hoch. Hier sollte man meiner Meinung nach nachbessern, da das Publikum ja zu einem großen Prozentsatz aus 14 bis 20-jährigen besteht, die normalerweise nicht über so viel Geld verfügen.

Als ich am Samstagabend (mal wieder) am Verpflegungsstand war, traute ich meinen Augen nicht. Wer stand da brav vor mir in der Reihe? HeatoN! Er war super nett und kein bisschen genervt, als ich ihn in ein kurzes Gespräch verwickelte. Er war gerade dabei Bratwürste für die ganze NiP-Crew zu besorgen (zum Glück war noch jemand zum Tragen dabei, alleine hätte er es glaube ich nicht geschafft…)

Ein solches Verhalten konnte man auch das ganze Wochenende über beobachten: Fast alle Spieler (und Verantwortlichen) genossen den direkten Kontakt zu den Fans und nahmen sich ordentlich Zeit für diese. Die einzige Ausnahme hiervon war allu von NiP. Er wirkte auf mich immer eher genervt und hat auch oftmals die Fans mit einem „Sorry, I’m in a meeting.“ abgeblockt – ein Meeting im öffentlichen Bereich auf dem Gang? Aber gerade die Spieler von den nicht ganz so bekannten Organisationen (Luminosity Gaming, Team Immunity, Team eBettle und Renegades) haben es noch etwas mehr genossen mit den Fans in Kontakt zu kommen und haben durch ihre Offenheit und Kontaktfreudigkeit sicherlich den einen oder anderen Fan hinzugewonnen.

Natürlich geht solch eine große Veranstaltung nicht ohne Sponsoren und so tummelten sich die verschiedensten Firmen ebenfalls mit Ständen auf der ESL-One. Von Asus über SteelSeries zu Gamershop – um nur ein paar zu nennen – war für jeden etwas dabei. Sehr beeindruckt war ich von einem Stand, an dem man CS:GO auf einem Rechner spielen konnte, an dem drei Monitore angeschlossen waren. Es war so gut wie unmöglich den kompletten Sichtbereich im Auge zu behalten, so dass man immer wild von links nach rechts geschaut hat. Das war auf jeden Fall mal ein etwas anderes Spielerlebnis.

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Die „normalen“ Merchandise-Stände waren natürlich auch vorhanden, an denen man alles rund um CS:GO (aber auch LoL und Dota) kaufen konnte. Besonders begehrt waren die Pins. Es waren aber die gleichen Pins, die es schon auf dem letzten Major gegeben hatte. Hier hätte man in meinen Augen durchaus eine neue Edition auf den Markt schmeißen können, aber die Reste mussten wohl noch weg.

Etwas hat mich noch sehr stark beeindruckt: Egal wo man sich in der Halle befindet – im Pressebereich, im öffentlichem Bereich, beim Bier holen, beim Essen – man kann immer auf Monitoren sehen, was gerade in der Halle abgeht bzw. die Spiele verfolgen. So verpasst man nichts, wenn man gerade nicht in der Halle sein kann. Nur auf den Toiletten waren keine Monitore angebracht.

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Ich könnte euch jetzt noch einiges über die Spiele erzählen, aber die habt ihr ja selber gesehen oder könnt die Ergebnisse an geeigneter Stelle nachlesen. Eine Sache hat mich noch beeindruckt: Beim Spiel EnVyUS vs. TSM haben KennyS und Karrigan unmittelbar vor dem Spiel noch echt lange (10 bis 15 Minuten) Autogramme von der Stage aus gegeben. Das wurde natürlich von etlichen Fans genutzt. Dies war eine große Geste von den beiden, die mich etwas verwundert hat. Ich hätte eher vermutet, dass sich die beiden so kurz vor einem wichtigem Match eher in der Konzentrationsphase befinden. Aber sie waren gar nicht von den Fans weg zu bekommen und haben das Bad in der Menge sehr genossen. Allgemein kann man sagen, dass NiP & fnatic noch die größte Fanbase haben, aber die anderen Teams – besonders auch Virtus.pro – holen mächtig auf. Und gerade so ein Turnier, bei dem man an die Spieler nah ran kommt, trägt mächtig dazu bei, dass viele Teams neue Fans gewinnen. Eine Sache, die ich noch als sehr schön empfunden habe war, dass eigentlich alle Fans (auch wenn das eigene Team gerade gespielt hat), die guten Leistungen vom jeweiligen Gegner gewürdigt und diese dann auch entsprechend beklatscht haben. Dies fand ich eine mehr als faire Geste, die nicht nur einmal geleistet wurde, sondern sich durch das gesamte Turnier gezogen hat. Fairplay also nicht nur unter den Spielern (unvergessen TaZ nach der Niederlage gegen fnatic), sondern auch unter den Zuschauern.

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Es war alles in allem ein geniales Wochenende, das noch mehr Lust auf CS:GO gemacht hat. Die Stimmung, die Fans, die Spieler, die Technik, die Halle, die Kommentatoren, die Moderatoren usw. – es war rundum eine gelungene Veranstaltung. Und jetzt will ich hier gar nicht mehr lange quatschen, denn ich muss dringend eine Runde CS:GO spielen gehen. Ich freue mich jedenfalls auf das nächste ESL Event hier in Deutschland, vielleicht sieht man sich ja dort!