Sounds

Der Sound ist seit eh und je ein wichtiger Bestandteil in Counter Strike. Umso erstaunlicher ist, dass er trotzdem von vielen Spielern ignoriert wird. Immer wieder hört man im Matchmaking Anschuldigungen an den Gegner, der angeblich einen Wallhack benutzt, um die gegnerischen Spieler ausfindig zu machen. Nicht selten kommt dann die Frage: “Wie kann er wissen, dass ich hier bin?”. Am Ende stellt es sich oftmals heraus, dass der vermeintliche Cheater einfach nur auf die Sounds reagiert hat, die seine Gegenspieler ausgelöst haben. Viele Situationen wie diese können vermieden werden, wenn man sich ein wenig mehr mit dem Soundsystem in CS:GO auseinandersetzt.

Dieser Artikel behandelt drei Hauptthemen:

Welche Sounds kann der Gegner hören?

Nicht alle Geräusche, die von der eigenen Spielfigur verursacht werden, können auch vom Gegner gehört werden. Es ist also entscheidend, dass man genau weiß welche Aktionen man durchführen darf und welche nicht, wenn man möglichst ungehört bleiben möchte.

Schussgeräusche

Fangen wir bei der offensichtlichsten Geräuschquelle an: Schüsse. Prinzipiell kann der Gegner jeden Schuss von jeder beliebigen Waffe hören, sofern er sich nicht extrem weit weg vom schießenden Spieler befindet.

cs go sounds

Sollte der schießende Spieler allerdings eine Waffe mit Schalldämpfer benutzen (also M4A1-S oder USP-S), dann wird es logischerweise deutlich schwerer fallen die Position zu orten. Zusätzlich zum leiseren Klang werden die Schüsse von schallgedämpften Waffen nicht auf dem Radar angezeigt.

  • Die Schussgeräusche der meisten Waffen sind über weite Teile der Map hörbar.
  • Schallgedämpfte Waffen können akustisch nur schwer geortet werden.

Waffengeräusche

Nicht nur beim Schießen, sondern auch bei anderen Aktionen verursachen die Waffen entscheidende Geräusche. Das Nachladen der Waffe können Gegner in der Nähe immer hören. Das ist der Grund dafür, warum man oft genau währenddessen angegriffen wird. Das gleiche gilt für das Benutzen des Zoom-Modus bei Scharfschützengewehren und Sturmgeweheren mit entsprechendem Aufsatz.

Mittlerweile gibt außerdem jede Waffe ein Klickgeräusch von sich, wenn sich das Magazin dem Ende zuneigt. Dieses Klickgeräusch kann auch von Gegnern gehört werden, wenn auch nur leise. Es kann in Feuergefechten deshalb schnell mal untergehen. Vielleicht hört es der Gegner aber auch und nutzt die Gelegenheit für einen leichten Frag.

Eine weitere Soundquelle ist das Wechseln des Feuermodus. Dies gilt allerdings nur für die Glock sowie die Famas, da dies die einzigen Waffen sind, die einen sekundären Feuermodus haben.

Fürs Protokoll sollte man auch erwähnen, dass das Inspizieren der Waffe zwar einen Sound auslöst, dieser vom Gegner aber nicht gehört werden kann. Was der Gegner ebenfalls nicht mit seinen Ohren wahrnehmen kann, ist das Wechseln der Waffe. Sollte man beispielsweise vom Gewehr auf die Pistole oder eine Granate wechseln, dann geschieht das für den Gegner geräuschlos.

Den Gegner mit einem „Fake Reload“ täuschen

Hierzu ist wichtig zu erwähnen, dass ein Sound immer bis zum Ende abgespielt wird, wenn er einmal ausgelöst wurde. Dies kann man ausnutzen um Gegner in eine Falle zu locken. Wenn man noch Kugeln im Magazin hat, kann man das Nachladen auslösen und dann schnell auf eine andere Waffe und wieder zurück wechseln.

cs go fake reload

Der Gegner wird denken, dass man sich beim Nachladen befindet und eventuell versuchen einen leichten Frag zu erzielen. In Wahrheit steht man allerdings mit einer schussbereiten Waffe da und hat den Gegner in eine tödliche Falle laufen lassen. Gute Spieler könnten den Trick aber vor allem wegen des bereits angesprochenen Klickgeräusches bei fast leeren Magazinen durchschauen.

  • Nachladen und Betätigen des Zoom-Modus kann von Gegnern in der Nähe gehört werden.
  • Mit einem „Fake Reload“ kann man Gegner in eine Falle locken.
  • Wenn das Magazin fast leer ist, gibt jede Waffe beim Schießen ein Klickgeräusch von sich. Dieses ist auch für Gegner hörbar.
  • Das Wechseln des Feuermodus bei Glock-18 und Famas kann von Gegnern wahrgenommen werden.
  • Ein Waffenwechsel verursacht nur für einen selbst Geräusche.
  • Das Inspizieren der Waffe können andere Spieler nicht hören.

Granaten

Beim Verwenden von Granaten handelt es sich um eine verhältnismäßig stille Angelegenheit. Dafür müssen allerdings auch gewisse Vorraussetzungen erfüllt sein. Logischerweise sorgt der Effekt einer Granate immer für ein Geräusch. Das heißt die Explosion einer HE, Blendgranate und des Molotovs sowie das Aufgehen einer Rauchgranate entgeht quasi niemand. Einen besonderen Platz nimmt dabei die Ködergranate ein, denn ihr Effekt ist die Immitation von Schussgeräuschen.

Der Abwurf einer Granate verursacht ein hörbares Geräusch, welches von Spielern in der unmittelbaren Nähe wahrgenommen werden kann. Es ist dabei egal, um welche Granate es sich handelt, da alle ein Geräusch von sich geben, sobald sie geworfen werden.

Interessant wird es auch, wenn man sich mit fliegenden Granaten beschäftigt. In der Luft gibt fast keine Granate auch nur das leiseste Geräusch von sich. Die einzige Ausnahme ist hier das Molotov, welches ein Brandgeräusch nach sich zieht. Sollte man das Molotov zum Wurf vorbereiten, es aber nicht sofort abwerfen, wird ein subtiles Brandgeräusch ausgelöst. Abseits des Molotovs geben Granaten während des Flugs nur Geräusche von sich, wenn sie von etwas abprallen. Deswegen sind sogenannte „Popflashes“ besonders effektiv, da der Gegner sie meistens nicht hören kann und kaum sieht, bevor sie hochgehen. Er wird dadurch große Probleme damit haben, den Blendeffekt zu vermeiden.

cs go sounds molotov

  • Die Effekte aller der Granaten sind hörbar.
  • Beim Abwurf geben alle Granaten ein leises Geräusch von sich.
  • Nur das Molotov kann auch während des Flugs gehört werden. Wenn es angezündet, aber noch nicht geworfen wird, können Gegner auch das leise Brennen wahrnehmen.
  • Abprallende Granaten alarmieren den Gegner.

Laufgeräusche

Eine in viele Situationen enorm wichtige Soundquelle sind die Schrittgeräusche („Footsteps“), welche alle Spieler beim normalen Laufen produzieren. Dabei ist anzumerken, dass die Schrittgeräusche natürlich variieren, je nachdem auf was man läuft (Beton, Holz, Metall usw.).

Laufgeräusche werden unterdrückt, wenn man sich schleichend oder duckend fortbewegt. In diesem Fall ist man für den Gegner nicht hörbar. Generell ist das Schleichen immer zu empfehlen, wenn man Sounds vermeiden möchte. Beim Schleichen verursacht man auch keine Geräusche, wenn man Leitern hoch bzw. runterklettert oder Gegenstände aufhebt.

cs go footsteps sounds

Etwas anders verhält es sich beim Springen. Bewegt man sich normal fort, dann wird der Gegner jeden Sprung hören. Solltet man allerdings schleichen, dann wird man kein Sprunggeräusch von sich geben, sofern man auf einer höheren Ebene landet. Anders verhält es sich, wenn man von irgendwo herunterfällt. Diesen Sound kann der Gegner immer wahrnehmen, selbst wenn man dabei schleicht.

  • Laufgeräusche gegnerischer Spieler sind einer der wichtigsten Ortungsfaktoren im Spiel.
  • Oberflächen verursachen je nach Typ unterschiedliche Laufgeräusche. Das erleichtert die akustische Ortung anderer Spieler.
  • Beim Schleichen oder geduckten Fortbewegen verursacht man in der Regel keine Geräusche.
  • Sprünge werden nur dann nicht gehört, wenn man schleicht und auf einer höheren Ebene landet. Herunterfallen kann immer gehört werden.

Pickup Sounds

Nein, dabei geht es weder um Geländewagen noch um leckere Kekse. Pickup Sounds sind die Geräusche, die man von sich gibt, wenn man etwas vom Boden aufhebt. Hierbei gibt es ein goldene Regel zu beachten: Schleichen ist der beste Freund des Spielers. Wenn man schleicht gibt das Aufheben einer Waffe oder eines Items keine Geräusche von sich. Das wird auch durch den viel leiseren Sound, den man dabei hört, angedeutet.

Das Fallenlassen („Droppen“) von Waffen oder der Bombe wird immer Geräusche erzeugen, egal ob man dabei steht, läuft oder schleicht. Falls man vorhat etwas einem Teamkameraden zu übergeben, dann kann man ihm das so zuwerfen, dass er es direkt fängt. Solange nichts den Boden berührt, werden dabei keine zusätzlichen Sounds ausgelöst. In manchen Situationen ist es durchaus sinnvoll diese Gegebenheit zu nutzen, z.B. wenn man sich an einen Bombenplatz heranschleicht und einem anderen Spieler die Bombe übergeben möchte.

  • Solange man läuft können gegnerisch Spieler hören, wenn man etwas aufhebt.
  • Wenn im Schleichen etwas aufheboben wird, dann werden bei anderen Spielern keine „Pickup Sounds“ ausgelöst.
  • Auf den Boden fallende Waffen werden von Spielern in der Umgebung gehört. Das gilt auch für die Bombe.
  • Wirft man Mitspielern etwas direkt zu, dann werden keine Geräusche ausgelöst.

Andere Sounds

Neben den oben genannten Kategorien gibt es auch eine Menge anderer Geräusche, die sich keiner der obigen Kategorien zuordnen lassen. Dazu zählt auch unspektakuläres wie z.B. das Quitschen einer Türe. Und wenn man ein Graffiti irgendwo hinsprüht, können das andere übrigens auch hören. Man sollte also immer überdenken was man macht, der Gegner könnte es hören und darauf reagieren.

Besonders interessant sind natürlich die Sounds für das Legen und Entschärfen der Bombe. Wenn ein Spieler eine dieser Aktionen beginnt, können das alle anderen in der Umgebung hören.

Fake Plants und Fake Defuses

Das Legen oder Entschärfen der Bombe anzutäuschen ist ein elementarer Faktor des Spiels. Valve hat die Sounds sogar extra angepasst, damit man einen Fake rein akustisch nicht mehr erkennen kann. Bei beiden Tätigkeiten wird nämlich nur zu Beginn der Tätigkeit ein Sound abgespielt und nicht während der ganzen Dauer der Aktion. Wie weiter oben bereits erwähnt wird ein Sound, wenn er einmal ausgelöst wurde, immer bis zum Ende abgespielt – egal ob die Aktion weiter ausgeführt wird oder nicht. Das kann man zu seinem eigenen Vorteil nutzen.

In bestimmten Situationen kann man auf T-Seite mit einem „Fake Plant“ die Verteidiger zu einer Reaktion zwingen. Das macht immer dann Sinn, wenn die Möglichkeit besteht, dass sich noch ein CT in unmittelbarer Nähe befindet. Auf CT-Seite hingegen kann man mit einem „Fake Defuse“ die Gegner aus ihrer Deckung locken, um sie dann auszuschalten. Die Tatsache, dass diese Täuschungen möglich sind, beeinflusst das Verhalten der Spieler enorm. Nicht immer kann man die Täuschungen durchschauen.

  • Objekte wie z.B. Türen geben Geräusche von sich und verraten die eigene Position.
  • Auch das Sprühen eines Graffitis können andere hören.
  • Durch „Fake Plants“ und „Fake Defuses“ können Gegner getäuscht werden.

Den Gegner akustisch orten

Der Art und Weise wie der Sound in CS:GO funktioniert ist relativ simpel. Als Spieler muss man sich innerhalb eines bestimmten Radius der Soundquelle befinden, um den entsprechenden Sound wahrnehmen zu können. Wände werden dabei komplett ignoriert. Das folgende Bild nimmt die maximale Distanz für Schrittgeräusche als Beispiel.

cs go sounds distance

Ein Spieler, der auf A-kurz steht, kann also Schrittgeräusche der Gegner im CT-Spawn, in der Mitte und sogar auf einem Teil von A-lang hören und hat somit die Möglichkeit Informationen zu bekommen, wie die Gegner aufgestellt sind und was sie vorhaben. Anders herum gesehen können aber auch alle anderen Spieler, die sich innerhalb dieses Radius befinden, die Schrittgeräusche des Spielers auf A-Kurz wahrnehmen.

Dies gilt aber natürlich auch für die Gegner. Ein Gegner im CT-Spawn oder auf dem im Radius befindlichen Teil von A-lang wird den Spieler auf A-Kurz ebenso hören können. Das sollte man beachten, bevor man wie ein Elefant in der Gegend rumstapft.

Der Soundradius erstreckt sich ebenso auch nach oben und unten. Damit hat man die Möglichkeit den Gegner auch über bzw. unter sich zu hören. Dies ist vorallem auf Maps wie Nuke sehr nützlich, wenn sich das Spielgeschehen über mehrere Ebenen erstreckt.

Um die Position eines Gegners möglichst genau zu bestimmen, ist es auch wichtig auf die Art der Geräusche zu hören. Wie weiter oben geschrieben verursacht jeder Untergrund ein anderes Geräusch. Mapkenntnisse sind dann von enormen Vorteil. Zu wissen, wo der Untergrund z.B. auf Holz oder Metall wechselt, kann enorm dabei helfen, den Gegner ausfindig zu machen. Wer die richtigen Schlüsse aus den von Gegnern verursachten Sounds zieht, verschafft sich einen enormen Vorteil.

HRTF

HRTF steht für „Head-Related Transfer Function“ und ist eine alternative Methode wie der Sound vom Spiel wiedergegeben werden kann. Anders als beim normalen Stereosound, verarbeitet HRTF den Sound so, dass dieser sich besser an das akustische Ortungs- und Lokalisationssystem des Gehirns anknüpft. Dadurch soll der Spieler es deutlich leichter haben zu bestimmen, von wo ein Sound kommt. Der normale Stereosound in CS:GO hat große Probleme damit dem Spieler zu vermitteln, ob ein Sound z.B. über oder unter dem Spieler ausgelöst wurde. Besonders vertikale Maps wie Nuke leiden darunter.

HRTF schafft hier Abhilfe. Die Richtung des Sounds wird deutlich präziser wiedergegeben und kann so viel besser vom Spieler wahrgenommen werden. Deshalb wird empfohlen HRTF als Soundoption zu nutzen. Die entsprechende Einstellung findet man in den Optionen natürlich unter “Audioeinstellungen” – dort wählt man bei „Audioausgabe konfigurieren“ einfach “Stereokopfhörer (HRTF)” aus.

cs go hrtf sound

Der Name lässt es erahnen: Um HRTF effektiv nutzen zu können, sollte ein Stereoheadset vorhanden sein, da es die Soundrichtung besser wiedergeben kann, als es ein Laptoplautsprecher oder ein Boxensystem kann. Dies gilt übrigens nicht nur für HRTF. Auch bei den standardmäßigen „Stereokopfhörer“ Einstellungen ohne HRTF hilft euch das Headset die Soundrichtung zu bestimmen. Daher sollte ein Headset immer zur Stelle sein, wenn man ein Match in CS:GO spielen will.

Einige Spieler berichten, dass sich der HRTF-Sound am Anfang ein wenig dumpf anhört, als ob man Wasser im Ohr hätte. Dies ist allerdings nur in der Anfangszeit so. Man gewöhnt sich sehr schnell daran, und nach kurzer Zeit wird man den Sound wieder genauso angenehnem hören können wie früher.